Google Chrome 3 – wozu?
Na endlich, der neue Chrome ist da!
Aber moment – wer braucht den eigentlich? Bringt er Innovationen? Ist er schneller als andere Browser? Kann er meine Kaffeemaschine steuern? Leider nein – ist die Antwort auf alle drei Fragen…
Zugegeben, Bewegung im Browsermarkt ist etwas, worauf die Welt schon lange gewartet hat. Windows-User freuen sich, dass nun bald alles besser wird und Microsoft von sich aus anbietet, andere Browser wie Firefox, Opera usw. zu installieren.
Fein, dann wird es künftig dank des neuen Firefox 3.5.3 bzw. 3.0.14 Updates weniger PCs geben, die eine unsichere Flash-Version nutzen, denn seit dem Update moniert Firefox alte Plugins und verweist auf die Update-Seite von Adobe. Nette Idee – bitte mehr davon!
Wer Opera für sich auserwählt, der flitzt seit der Version 10 durch’s Netz wie nie zuvor und freut sich über eine neue sehr schicke Tableiste sowie eine noch flexiblere Schnellwahl.
Dann wäre da noch der “Fremdgänger” Safari, der sich meiner Erfahrung nach auf einem Windows-System so fühlt, wie Adam und Eva nach der Verbannung aus dem Paradies. Ob das jetzt speziell an meiner Systemkonfiguration liegt oder ein allgemeines Problem ist, kann ich leider nicht sagen. Zumindest braucht der Safari bei mir eine “Warmlaufphase” von ca. 30-60 Sekunden. Hat er die hinter sich, lässt sich allerdings auch mit diesem Browser angenehm schnell arbeiten.
Doch was bietet Chrome 3?
Okay, er startet schnell. Der Seitenaufbau ist auch recht schnell – lässt aber z. B. bei Seiten mit vielen Flash-Animationen / Videos noch zu wünschen übrig. Das Laden einer Übersichtsseite von Youtube mit der Vorschau von 20-25 Videos dauert schonmal spürbar länger, als bspw. mit Firefox, ist allerdings ungefähr gleich schnell, wie der Opera 10. Um einen neuen Tab zu öffnen, muss in Chrome der “plus”-Button angeklickt werden, der aus ALLEN anderen Browsern bekannte Doppelklick auf die Tableiste bewirkt leider nicht das, was man erwartet. Ein Minuspunkt bei der Usability!
Der sogenannte “Inknognito”-Modus, auch aus dem Internet Explorer als “InPrivate”-Browsing bekannt, ist ganz nett, wer’s braucht, wird sich über die Funktion freuen. Dabei werden beim Surfen keine Cookies gespeichert, auch der Verlauf wird nicht mitgeschrieben. Neu ist die Funktion nicht – die hatte auch schon die vorherige Version des Browsers.
Bei den auf einem neuen Tab eingeblendeten “Schnellklick”-Seiten geht Chrome einen etwas seltsamen Weg: hier werden die kürzlich geschlossenen Tabs, bzw. am meisten besuchten Webseiten angezeigt. Eine Möglichkeit, sich eine Schnellstartseite wie in Opera oder Safari zusammenstellen, gibt’s leider nicht. Schade!
Seit Version 3 kann der Chrome mit verschiedenen Designs aufgehübscht werden – wer’s mag… Gibt’s in anderen Browsern auch schon, sinnvoll ist es nicht wirklich.
Mein Kurztest-Fazit zu Google’s Chrome:
Es ist von der Aufmachung her in der Grundkonfiguration sicher der schlankste Browser, nur ein sehr geringer Prozentsatz des Bildschirms wird für die Elemente des Browsers verwendet, der meiste Platz steht der jeweiligen Webseite zur Verfügung. Wenn man möchte kann man allerdings auch andere Browser entsprechend konfigurieren. Ein richtiges “Killerargument”, warum man den Google Browser nutzen sollte, konnte ich nicht entdecken. Andere Browser leisten da durchaus mehr, vor allem auch, was verfügbare Erweiterungen angeht.
Wer sich selbst eine Meinung bilden möchte , kann hier die neueste Version des Browsers herunterladen: http://www.google.com/chrome
