Angespielt: Assassin’s Creed 2
Beim ersten Assassinen-Abenteuer war ich mir nicht ganz sicher, ob ich es hassen oder lieben soll… hassen, weil die Neben-Missionen immer wieder gleich ablaufen und daher extreme Langeweile erzeugen – oder doch lieben, weil das Gesamtkonzept einen doch wieder so sehr in seinen Bann zieht, dass ich das Spiel mittlerweile zum dritten Mal am Wickel habe.
Und daher war ich schon extrem gespannt, ob es Ubisoft im zweiten Teil schaffen würde, die Kritikpunkte tatsächlich aus der Welt zu schaffen. Zumal es einen 35 min langen Trailer zum Spiel gab, der Appetit machen sollte – und es geschafft hat!
Templer vs. Assassinen – Round 2!
Der Einstieg in’s Spiel ist recht simpel gehalten – Protagonist “Desmond” ist wieder am Start und wird erst mal flott aus der Einrichtung von “Abstergo”, der dubiosen Firma, die ihn entführt hatte, befreit. Und zwar von niemand geringerem als der blonden Dame aus dem ersten Teil. Nach 10 min Spielzeit hat man dann auch schon das erste Achievement: “Arrivederci Abstergo”. Nochmal 10 min weiter das nächste “Willkommen im Animus 2.0″. Und nochmal 10 min weiter… na? Genau! Also 30 min gespielt und 60 Points mehr – sehr schön, da ist die Motivation hoch, weiter zu spielen.
Mehr Abwechslung, besseres Gameplay
Und Assassin’s Creed 2 weiter zu spielen, fällt nicht schwer, es macht im Vergleich zum ersten Part nämlich deutlich mehr Laune. Einerseits nimmt einen die Haupthandlung mehr gefangen, andererseits sind die kleinen Nebenmissionen abwechsunglsreicher geworden – von Langeweile keine Spur mehr.
Im ersten Teil musste man verschiedene Flaggen einsammeln für ein Achievement – auf das Spiel hatte das jedoch keine Auswirkungen… wozu brauch ich die Flaggen dann?! Im zweiten Teil sammelt man nun Federn – diese haben aber durchaus eine Bedeutung…
Überhaupt ist das ganze Spiel umfangreicher geworden. Als “Ezio Auditore da Firenze” hat man nun so eine Art Heimatort, von dem aus man operiert. Dieser ist allerdings ein wenig heruntergekommen. Nun ja, wozu gibt’s Architekten – solch einer steht Ezio direkt zur Verfügung und hilft, alles wieder schön herzurichten. Zu welchem Zweck?
Nun, es steigert den Wert der Stadt, das bringt mehr Besucher und die bringen Einnahmen – von Schmied, Künstler, Apotheke, Bordell, etc. Mit diesen Einnahmen kann Ezio die Stadt weiter verschönern und – wie praktisch – seine Ausrüstung verbessern. Waffen, Rüstung, Medizin, Gift – was der Assassine halt so braucht.
Beim Künstler kann man sich auch noch Schatzkarten kaufen, was bewirkt, dass auf der Übersichtskarte die Standorte von Schatztruhen markiert werden. Die werden natürlich sofort geplündert, was auch noch mal zu einer besser gefüllten Geldbörse beiträgt.
Hallo da Vinci – was geht?!
Richtig – Leonardo ist auch mit von der Partie. Er entschlüsselt alte Kodex-Seiten für Ezio und verhilft ihm damit zu neuer Ausrüstung. Im späteren Verlauf des Spiels bekommt man von ihm wohl sogar ein Fluggerät, mit dem man über die Dächer brausen kann.
Von den ganzen Neuerungen beim Gameplay mal abgesehen, klettert man wie zuvor frisch und munter über die Dächer und alle mögliche Türme hoch. Oder prescht im Galopp mit einem Gaul durch die Gegend. Oder meuchelt mal eben ein paar Wachen… nun ja. Dabei hat sich insgesamt das Handling verbessert. Die Kletterpartien erscheinen deutlich “flüssiger”, mit dem Gaul darf man nun auch abseits der Wege über die Wiesen galoppieren.
Bei den Waffen hat man dank “Shopping-Tour” erfreulicherweise deutlich mehr Auswahl, kann auch immer mal wieder ein Upgrade kaufen, welches bessere Werte bietet. Die Auswahl der Waffe erfolgt wie zuvor über das Digital-Kreuz oder über den rechten Bumper (RB) im mittlerweile bekannten und beliebten Radial-Menü.
Holla, schöne Frau…
Eine weitere Neuerung ist, dass an allen Ecken verschiedene Charaktere herumstehen, die sich für Bares anheuern lassen. Möchte Ezio an Wachen vorbeikommen? Kein Problem – kurz ein paar Kurtisanen angeheuert, die den Wachen die Augen verdrehen – schon ist der Weg frei. Wer’s lieber brachial hat, der heuert stattdessen eine Gruppe Söldner an.
Alternativ kann man auch selbst für Ablenkung sorgen, indem man den Wachen ein paar Münzen vor die Füße wirft. Gegen ein kleines Taschengeld kommen die Jungs einfach nicht an!
Fazit:
Man kann kaum alles aufzählen, was Ubisoft in Assassin’s Creed 2 verbessert hat. Wie man aus dem vorgenannten jedoch unschwer erkennen kann, hat sich einiges getan. Es wird einfach nicht langweilig, noch eine Nebenmission zu starten oder ein paar Schätze zu suchen, Häuser zu renovieren, dadurch mehr Einnahmen zu haben, entsprechend bessere Ausrüstung zu bekommen… Oha, schon wieder 6 Uhr morgens!
Der erste Teil war toll, wurde aber irgendwann ein wenig langweilig. Davon ist im aktuellen Titel nichts mehr zu spüren – man kommt einfach nicht mehr davon los!
Ubisoft: Respekt! Empfehlung: Kaufen, zocken!