Archiv für Juni, 2009

Getestet: AVM Fritz!Box Fon WLAN 7270

Erstellt von mici81de am Sonntag, 28 Juni, 2009
AVM Fritz!Box Fon WLAN 7270

AVM Fritz!Box Fon WLAN 7270

Lange Zeit schon…

habe ich mit der “Überbox” geliebäugelt, nun steht sie endlich – knallig rot, mit grünen Lämpchen – krönend in der Technik-Ecke.

Da ich schon öfter mit anderen AVM-Fritz!Box Modellen gearbeitet habe, ist die Einrichtung schnell erledigt…

  • Box und alle Kabel ausgepackt
  • alten Router, DSL-Modem und ISDN-Anlage im Schrank verstaut
  • Telefon und FAX an der Fritz!Box angeschlossen
  • Netzwerk-Switch per Kabel an LAN 1 und Netzwerkdrucker an LAN 2 angeschlossen
  • Strom und DSL verbunden

Und ab geht’s…

…kaum liegt Strom an, fängt die Fritz!Box lustig an zu blinken, Power-LED springt auf Dauerleuchten. Schön, DSL ist also da. Kurz am Rechner den Browser aufgerufen, präsentiert sich dann auch direkt der Einrichtungsassistent der Box. Hier gebe ich eben noch die Zugangsdaten für DSL ein, teile den Anschlüssen FON 1 + 2 Telefon und FAX sowie die Rufnummern zu – und das war’s für’s Erste – ich bin online!

W-LAN brauche ich nicht, daher schalte ich das gleich mal ab – ohne mich durch Menüs klicken zu müssen, hierfür gibt’s an der Fritz!Box einfach einen Taster – schon ist die Funke aus.

Kurzes Fazit:

3 alte Geräte durch ein neues ersetzt – weniger Kabelsalat und deutlich weniger Stromverbrauch. Die Einrichtung ist nach 5-10 Minuten auch erledigt. Soweit ein Super-Start.

Die “Profi”-Einstellungen:

Muss nicht unbedingt sein, hat sich aber bewährt: als nächstes steht ein Firmware-Update an. Das macht die Box automatisch, nach dem Neustart läuft auch alles wie bereits konfiguriert weiter.

Da ich einen eigenen IP-Bereich nutze, stelle ich die Box erst einmal darauf um. Dann folgen spezielle Portfreigaben für XBOX 360, den HomeServer und noch einen zweiten Rechner. Damit ich trotzdem am Laptop noch in angenehmer Geschwindigkeit surfen kann, lege ich über die Priorisierung fest, dass die IP meines Laptops vorrangig Bandbreite zugeteilt bekommt.

DynDNS (eingerichtet für eine Subdomain bei STRATO) funktioniert ebenfalls über die Box – Daten eingegeben – klappt sofort, die Verbindung steht.

Der Speed-Test:

Nun wird’s spannend – über meinen alten Router (Linksys WAG200G) gab es immer wieder Probleme mit DSL-Abbrüchen, außerdem waren die Downloads teilweise sehr langsam und der Aufbau von Webseiten auch nicht gerade berauschend. Ganz schlimm wurde es, wenn W-LAN doch mal aktiv geschaltet war – in diesem Fall hatte das Gerät scheinbar eine dermaßen hohe Eigendämpfung, dass ständig die DSL-Verbindung abbrach.

Ganz anders nun bei der Fritz!Box: hier ist die Verbindung extrem stabil – im ganzen letzten Monat gab es nur einen einzigen Abbruch. Auch die maximale Bandbreite hat sich um etwa 100 kByte/s verbessert (vorher ~1500 kByte/s, jetzt 1600-1700 kByte/s).

Die Extras:

Davon gibt es eine Menge, welche ich derzeit nicht nutze, aber der Vollständigkeit halber seien hier einige genannt:

  • DECT-Unterstützung für 5 Handgeräte
  • WLAN-N
  • USB-Anschluss für USB-Drucker, externe Festplatten oder USB-UMTS-Sticks
  • Streaming-Client für die auf dem externen USB-Datenträger vorhandenen Medien
  • Freigabe im Heimnetz oder FTP-Freigabe für externe USB-Datenträger
  • Anrufbeantworter und FAX-Funktionen
  • und noch viele andere mehr…

Probleme?

Ja, die gibt’s leider auch. Nicht mit dem Gerät selbst, aber mit den Zusatz-Tools. Gerne hätte ich ein Programm genutzt, welches laut Beschreibung ermöglicht, über Outlook einfach einen Kontakt aufzurufen und per TAPI einen Anruf über die Fritz!Box auszulösen. In der anderen Richtung, dass ankommende Anrufe mit den Outlook-Kontakten abgeglichen werden und der Anrufer direkt am PC signalisiert wird, hat leider auch nicht funktioniert. Aber okay, schön wenn’s funktioniert hätte – zwingend erforderlich ist es jedoch bei mir nicht – daher kann ich auch darauf verzichten.

Insgesamt gesehen…

bietet die Fritz!Box 7270 alle Leistungen, die man sich von einer modernen Telefonanlage erwartet und arbeitet dabei auch äußerst effizient als Netzwerkrouter. Massenweise Zusatzleistungen können genutzt werden und die Box ersetzt mal eben in meinem Fall 3 Geräte, was die Stromrechnung auf’s Jahr gesehen sicher erträglicher macht. Meine Empfehlung: kaufen! ;o)

http://www.avm.de/de/Produkte/FRITZBox/FRITZ_Box_Fon_WLAN_7270/index.php

Getestet: Nokia 5320 XpressMusic

Erstellt von mici81de am Sonntag, 28 Juni, 2009
Nokia 5320 XPressMusic

Nokia 5320 XPressMusic

Klein und handlich,

nicht größer als ein Knochen für des Nachbars Hund. Oben und unten schwarz, in der Mitte rot. Und überall lustige kleine und große Tasten. Es sieht schick aus, ist nicht wirklich schwer und es kann eine ganze Menge. Sogar der Akku ist echt fit – ohne großartig irgendwas mit dem guten Stück anzustellen, hält der mal eben bis zu 10 Tage.  Aber so ganz warm wurde ich mit dem neuen Nokia doch nicht.

Was mir gleich mal positiv auffällt, als ich das Handy aus der Verpackung gefummelt habe: bei diesem Model lässt sich das Akku-Fach mal wieder recht einfach öffnen. Pluspunkt an die Jungs von Nokia. Ich weiß noch, dass ich mich bei meinem letzten Nokianer erst mal 30 Minuten gemüht habe, den Deckel aufzukriegen… Also Akku-Fach auf, SIM-Karte rein (Vorsicht Mädels – nicht die Fingernägel abbrechen!), Akku rein, Fach wieder zu und dann das Handy das erste Mal einschalten.

Nokias übliche Begrüßungsmelodie ertönt, nur etwas peppiger als früher. Und los geht’s, ich probiere einfach mal drauf los – wer liest schon langweilige Handbücher?! Wer Nokia kennt, findet sich sofort zurecht. Alles ist wie gewohnt übersichtlich im Menü zu finden: Einstellungen, Mitteilungen, Kontakte, etc. Kurz die verschiedenen Menüs durchgeklickert, da bin ich auch schon genervt. Wieso macht die Tastatur was anderes, als das, was ich will??!

Man kann ja eine Menge Tasten auf so einem Telefon unterbringen, wenn man sie nur klein genug macht. Aber was bringt’s, wenn die dadurch kaum noch wirklich zu bedienen sind? Die reinen Zifferntasten sind in Ordnung, haben eine guten Druckpunkt, alles toll. Wenn’s dann allerdings um das „Steuerkreuz“ geht, naja… Der mittlere Button zum Bestätigen ist so wackelig, dass er gerne mal nach oben, unten, links oder rechts drückt, wenn man nicht super-haar-genau auf die Mitte trifft. Links daneben die Taste für „Bestätigen“ oder „Optionen“ lässt sich auch nicht so wirklich „fühlen“, man rutscht schnell mal auf die Menü-Taste ab. Aber keine Sorge – mit ein wenig Übung und Routine ist man schnell Tastenjongleur. Außerdem: wer sich das gute Stück gerade neu für knapp 200,- EUR z. B. bei Amazon gekauft hat, der wird sicher nicht gleich aufgeben – wäre ja schade um’s Geld, nicht?!

Aber warum mit Nebensächlichkeiten aufhalten,

es gibt ja noch mehr auszuprobieren: Fotos und Videos machen, Radio und MP3s hören, Spiele spielen (oh graus!), Im Internet surfen, und und und…

Zu den Fotos und Videos: Wer schon mal mit ‘nem Handy geknipst / gefilmt hat, weiß, dass man hier nichts Besonderes erwarten kann. Die Kamera schießt Fotos mit einer Auflösung von 1600 x 1200 Pixeln – und blitzt dabei auf Wunsch auch, damit das Foto besser ausgeleuchtet wird. Leider sorgt auch der Blitz nicht für bessere Qualität. Um eben mal die tolle Partystimmung einzufangen, reicht es gerade so. Besagte Party sollte dann allerdings bitteschön nachmittags um 14 Uhr bei Sonnenschein im Park stattfinden. Sonst kann man das mit den Bildern auch gleich lassen. Gleiches gilt für Videos. Aber wenn ihr bessere Fotos braucht, greift ihr hoffentlich eh nach einer „richtigen“ Kamera.

Zur Musik: Das eingebaute Radio hat einen sauberen Empfang und findet eine Menge der am Ort verfügbaren Sender. Die eingebaute RDS-Funktion sorgt dafür, dass der Sendername auch gleich mit angezeigt wird. Dass ich dann von „Radio hören“ zu „MP3 hören“ übergehen wollte, kam dem Nokianer nicht so ganz geheuer vor… Belohnung? Absturz! Okay, mein Fehler; so ganz logisch nachvollziehbar ist dieser Schritt ja auch nicht. Wer schaltet schon – wenn er gerade Radio hört – auf MP3 Musik um?? Ja nun… Akku raus, Akku rein – und alles ist wieder schön.
Aus dem Handbuch: „Warnung: Genießen Sie Musik in mäßiger Lautstärke. Wenn Sie Ihr Gehör ständig großer Lautstärke aussetzen, kann es geschädigt werden. Halten Sie das Gerät nicht an Ihr Ohr, wenn der Lautsprecher verwendet wird, da die Lautstärke sehr hoch werden kann.“
Jungs, ich könnt’ euch Knutschen – könnt ihr bitte demnächst auch noch den Satz hinzufügen, dass Kiddies doch bitte in der Bahn nicht auch Ihre Mitfahrer sondern möglichst nur den eigenen Schädel zudröhnen? Danke!
Davon ab: Der SD-Karten-Slot sorgt dafür, dass auch genug Musik für unterwegs dabei ist. Bei mir war eine 1 GB Speicherkarte dabei – da passen schon ein paar Alben drauf. Die mitgelieferten Ohrstöpsel solltet ihr allerdings gleich in der Verpackung lassen und euch einfach den nächsten Kopfhörer schnappen – die Qualität ist dann deutlich besser. Und damit der Anschluss reibungslos klappt, hat Nokia dem Nachwuchs eine 3,5mm Klinkenbuchse verpasst. So funktioniert wirklich jeder Standard-Kopfhörer. Die Klangqualität ist für ein Handy in Ordnung. Lediglich die Bässe kommen nicht so wirklich rüber – wer mag, kann hier mit dem Equalizer je nach Geschmack nachbessern. Für S-, U- und sonstige Bahnen also allemal vollkommen ausreichend.

Spiele spielen…

Ja, das geht auch – mehr muss ich hoffentlich dazu hier nicht sagen. Es soll ja Menschen geben, die geradezu versessen darauf sind, auf ihrem Handy Autorennen zu fahren und ähnliche Sachen. Und davon ab – das Nokia 5320 ist ja nun auch mal schlicht und ergreifend auf „junge Leute“ ausgelegt. Also wer sich angesprochen fühlt: Das Handy bringt 4 Spiele mit. „Marble“, in dem ihr Kugeln, die von oben auf euch zukommen mit einer farbig passenden Kugel platzen lasst. Altbekannt, nett, für nebenbei. „Jelly Chase“, in dem ihr als Mini-„Fisch“ Luftblasen und damit Punkte sammelt. Niedlich. „Groove 2“ mit dem Ziel, Kugeln durch Labyrinthe zu steuern und dabei Ringe zu sammeln. Zum Kugeln. Und dann noch „Guitar Rock Tour“, was – wer weiß es??? – versucht, die großen Brüder der Spielekonsolenwelt nachzuahmen. Es bleibt beim Versuch.

Im Internet surfen,

ja, das kann man auch – muss man aber nicht. Meine Empfehlung: lasst es. Zahlt Mutti oder Papi noch die Rechnung, dann erst recht. Sonst gibt’s mit der nächsten Rechnung einen Satz heiße Ohren. Denn das Handy kann UMTS, HSDPA usw., sprich: schnelles Internet. Sehr schnell. Extrem schnell! Und wenn ihr dann mal ganz ohne Misstrauen einen Podcast anhören möchtet oder so nette Sachen machen wollt, wie neue Themen oder Hintergrundbilder laden, dann wird das schnell teuer. Beispiel Podcast: der kleinste kommt mit 6 MByte daher, das kostet meinetwegen bei Vodafone dann mal eben schlappe 60-80 EUR je nach Datentarif. Na, noch Bock auf Handy-Surfen??

Warme Ohren bekommt ihr übrigens auch beim Telefonieren – also ideal, wenn euch die Tage mal wieder richtig kalt ist. Ruft einfach die beste Freundin oder einen Kumpel an und telefoniert eine halbe Stunde durchweg. Schon verwandelt sich das Nokia in einen Miniofen – es wird wirklich extrem warm, um nicht zu sagen heiß. Vielleicht hört’s mit und erwärmt sich über dem aktuellen Thema? Keine Ahnung, aber einen besseren Ohrwärmer gibt’s nicht. Auch praktisch, wenn bei Minusgraden mal wieder das Schloss vom Auto vereist ist…

Witzig übrigens auch:

Wer will, kann sich Textnachrichten vorlesen lassen. Cool! Grad beim Auto fahren und keine Hand frei für’s Handy, dann also schnell mal die Nachricht anhören… Ist ja auch viel sicherer so! Sicherer? Wahrscheinlich endet das Ganze dann doch eher in einem schweren Unfall – denn das, was das Telefon da an Sprachausgabe produziert, versteht kein Mensch. Zugegeben, es ist schon schwer, wenn man (Telefon) nur Englisch kann, jedoch… Selbst eine in Englisch verfasste Textnachricht („Hello, my name is John, I’m not human…“) klang sehr nach Roboter und war für mich auch nur deswegen klar zu verstehen, weil ich halt wusste, was da grad vorgelesen wird. Wer sich in Robotersprache üben will – viel Spaß dabei. Prüfung und Zertifikat gibt’s bei mir!

Apropos Sprache – ihr könnt dem Handy Sprachbefehle geben. Es erkennt sogar Liedtitel! Also Sprachbefehl-Taste drücken, Songtitel oder Interpret eines Songs auf der Speicherkarte sagen und schon dudelt das Ding los. Nett.

Allerdings – ich seh’s schon vor mir: Kiddies, die aktuell schon andere in der Bahn mit Ihrer Mucke zudröhnen, brüllen dann demnächst auch noch ihr Telefon an, weil es den Namen des Songs nicht richtig verstanden hat… Oh Graus!

Das Telefon hat natürlich noch eine Menge mehr Funktionen… Die beste Funktion von allen übrigens: Ihr könnt auch damit telefonieren und SMS schicken! Oder ihr gebt es eurem Hund zum Spielen – ganz wie ihr wollt…

Alle Infos zum Handy findet ihr hier: http://www.nokia.de/5320/

Alle gegen Microsoft…?!

Erstellt von mici81de am Mittwoch, 17 Juni, 2009

Verklagt wird Microsoft ja relativ oft…

…und das aus vielen verschiedenen Gründen. Mal wegen unlauteren Wettbewerbs, dann wegen nicht genehmigter Verwendung von Patenten und auch immer mal wieder wegen der Monopolstellung. Sprich: die Klagen sind durchaus berechtigt und Microsoft muss dann halt auch öfter mal blechen.

Im aktuellen Fall finde ich die Klagen allerdings mehr als fragwürdig, vor allem wenn ich mir anschaue, aus welcher Richtung sie kommen…

Angefangen mit Opera klagen mittlerweile auch die Mozilla Foundation, Google (natürlich) und noch weitere Firmen gegen Microsoft. Stein des Anstoßes, wie schon Jahre zuvor: die Einbindung des Internet Explorers in Windows.

Monopolstellung von Microsoft hin oder her – darüber will ich mich hier gar nicht auslassen. Microsoft hat eindeutig (weltweit betrachtet) einen Vorteil anderen Browserherstellern gegenüber errungen, dadurch dass in Windows der IE integriert ist. Um den Wettbewerb zu beleben, ist es also durchaus korrekt, dass die EU Microsoft hier auf die Finger klopft und gerne auch andere Browser auf dem Desktop sehen möchte.

Wie das laut Meinung der EU-”Experten” umgesetzt werden soll, ist jedoch nicht wirklich nachvollziehbar.

Die Vorstellungen bzw. Ideen der EU:

- Computer(be)nutzer und –Hersteller sollen die uneingeschränkte Wahlmöglichkeit zwischen der Benutzung von Microsofts Internet Explorer und den Web-Browsern von Drittanbietern haben

- Die Umsetzung dieses Vorhabens soll Microsoft übernehmen, indem es die Browser direkt mit über das Betriebssystem Windows anbietet.

- es kam sogar der Gedanke auf, Microsoft solle auf bereits laufenden Windows-Installationen nachträglich auf andere Browser aufmerksam machen

Wenn der erste Gedanke…

…sich noch ganz nett anhört, dann sind die beiden folgenden Punkte jedoch bereits der totale Humbug.

Mehr Auswahl bei Browsern ist eine tolle Sache, gerade weil der Internet Explorer in der Regel nicht gerade Preise gewinnt, wenn es um korrekte Darstellung von Webseiten geht… Da sind alle anderen “Mainstream”-Browser oft um Längen besser.

Doch die Idee, Microsoft dazu zu zwingen, die anderen Browser zusammen mit Windows anzubieten, ist schon etwas seltsam. Ein paar Fragen oder Überlegungen kommen da schon auf…

  1. Wenn Microsoft zusammen mit Windows demnächst die Browser Opera, Safari, Chrome, Firefox und weiß ich nicht noch was für welche mit anbieten soll, sollen dann Updates der Browser auch über Windows Update laufen?
  2. Ist Microsoft in diesem Fall dann auch zur Verantwortung zu ziehen, wenn damit/deswegen etwas nicht funktioniert oder Sicherheitsprobleme bestehen?
  3. Wenn es nach dem Willen der EU geht, dann sollen ja auch Nutzer von bereits laufenden Installationen andere Browser zur Auswahl angeboten bekommen. Wollen die das überhaupt?
  4. Wieso soll überhaupt Microsoft die Browser in’s System integrieren? Ist das nicht eher eine Aufgabe der Computerhersteller und -händler? Diese hätten doch jederzeit die Möglichkeit, auf den eh vorinstallierten Systemen einen entsprechenden Assistenten anzubieten, der beim ersten Start den Browser der Wahl installiert?!

Zu guter letzt frage ich mich dann noch, warum eigentlich alle immer nur gegen Microsoft wettern… Nehmen wir doch mal Apple: Apple zieht auf der WWDC offen über MS-Produkte her und protzt damit, dass die MAC OS Software zigmal besser sei. Dann wird stolz verkündet, welche neuen und umfassenden Funktionen MacOS hat. Kein Zweifel, das System ist toll und sicher in vielen Bereichen stabiler als Windows – aber um beim Thema zu bleiben… Apple macht es nicht anders und verknüpft einen Multimediaplayer (iTunes), einen Browser (Safari) und viele andere Sachen direkt mit dem Betriebssystem. Wieso sagt hier niemand etwas dagegen?

Heute lese ich bei heise.de, dass neuere iTunes-Versionen nicht mehr mit Geräten anderer Hersteller zusammenarbeiten wird – sondern nur noch mit iPod / iPhone oder anderen von Apple freigegebenen Geräten. Ist das nicht auch eine Bündelung, die den Wettbewerb unterdrückt?!

Zurück zu Windows:

Klar, gut möglich, dass “…viele Nutzer gar nicht wissen, dass es andere Browser gibt…” – aber irgendwie bezweifle ich auch diese Aussage. Kam sie von einem Opera-Sprecher? Mir ist so. Okay, zugegeben, es gibt wohl sehr wenige Nutzer, die mit dem Begriff Opera etwas anfangen können. Jedoch heißt ja nicht gleich automatisch, dass selbige User immer den Internet Explorer verwenden… Sie nutzen nur nicht Opera – sondern eben Firefox, Safari, Chrome oder was auch immer.

Meine ersten 2 “Amtshandlungen” während einer Neuinstallation von Windows: Ich lade mir einen aktuellen Virenscanner… und Firefox 3 herunter und installiere beides. Der nächste Schritt ist, Firefox als Standard-Browser einzurichten und sämtliche Verknüpfungen vom Internet Explorer vom Desktop / Startmenü zu verbannen. Und das war’s.

Später kommt Safari dazu, sowie Opera und Google Chrome – das jedoch nur, weil ich eigens erstellte Webseiten-Layouts auf die Anzeigekompatibilität in den Browsern prüfen muss.

Schaue ich mir an,

was die Kunden, mit denen ich im Telefonsupport täglich spreche, als Browser verwenden, so ist das in der Regel Firefox. Auf den Internet Explorer weichen dann viele aus, wenn im Firefox was nicht funktioniert. Nett fand ich auch eine Statistik von heise.de (wieder mal), die besagte, dass ihre Webseite hauptsächlich von Firefox-Nutzern angesurft wurde – mehr als von Nutzern des IE. Gut das ist eine Statistik, die kann vieles aussagen. Aber ich denke, man kann es mittlerweile als allgemein bekannte Tatsache bezeichnen, dass der Firefox-Browser dem Internet Explorer eindeutig den Rang abläuft.

Opera, Safari, Chrome – sind allerdings äußerst selten genutzt. Klar, dass Opera das nicht gefällt und man daher aus dieser Richtung gerne das Problem sucht und bei Microsoft und dem ach so übermächtigen IE findet. Und natürlich der bösen Bündelung mit Windows. Anstatt daran zu arbeiten, die eigene Software zu verbessern und mit entsprechender Werbung bekannt zu machen, zeigt man lieber auf die böse Konkurrenz und sucht dort den Schuldigen, dass sich die Hausmarke nicht unter die Leute bringen lässt. Ist ja auch viel einfacher.

Andere Anbieter schließen sich da dann einfach mal an und speieln mit “Microsoft verklagen”. Weil’s soviel Spaß macht und ja außerdem noch was nettes bei raus springen könnte. Schade finde ich, dass die Mozilla Foundation der Meinung ist, hier mitmischen zu müssen. Meines Erachtens nach spricht der Anstieg der Nutzerzahlen von Firefox für sich selbst – und Firefox ist mittlerweile fast ein Selbstläufer. Da bedarf es eigentlich keiner Publicity durch die Einmischung in ein so seltsames Verfahren.

Das Google sich anschließen würde, war zu erwarten Nicht genug, dass in jedem alternativen Browser automatisch eine Google-Suche hinterlegt ist, jetzt soll doch bitte gefälligst auch bald der hauseigene Browser auf möglichst vielen Systemen laufen. Dass Google selbst z. B. in Verbindung mit dem Android-Projekt den selben Weg geht wie Microsoft mit Windows und dem IE scheint dabei niemanden zu stören. Für die, die’s nicht wissen – Bei einem Android-Phone sind die Google-Anwendungen fest in das mobile Betriebssystem integriert, teilweise ist keine Alternative nutzbar.

Ganz besonders widersinnig finde ich die ganze Geschichte, weil von Microsoft gefordert werden soll, dass der Internet Explorer restlos aus dem System entfernt werden kann. Wozu?? Wenn ich den IE nicht nutzen will, dann installiere ich eben einfach einen anderen Browser, setze alle Einstellungen auf diesen als Standard um – und schon verschwindet der IE vollständig in der Versenkung. Lediglich die Verknüpfungen im Startmenü deuten darauf hin, dass er immer noch da ist. Aber wen interessiert’s? Ich bin froh darüber – schließlich kommt’s ja durchaus mal vor, dass mein Standard-Browser nicht mehr funktioniert – und ich brauche eine Alternative.

Also warum restlos entfernen, wenn doch ein anderes Programm als Standard definiert werden kann?? Was ja die eigentliche Haupforderung der Klage durch Opera ist, wenn man es mal auf die wichtigen Sachen reduziert…

Meine Meinung / mein Vorschlag…

Man sollte mal die User fragen, die täglich mit Ihrem System arbeiten, anstatt hier halbgare Sachen zu produzieren und irgendwelchen Klagen stattzugeben, anstatt an für den User wirklich praktischen Lösungen zu arbeiten.

  1. WENN es denn schon eine in Windows integrierte Funktion zur direkten Auswahl des Browsers geben soll, dann sollte diese durch den PC-Verkäufer / -Hersteller zur Verfügung gestellt werden.
  2. weiterhin sollte das nur bei NEUinstallationen erfolgen – ich hab kein Bock darauf, dass mich demnächst plötzlich ein Installer angrinst, der mir anbietet, Google Chrome auf meinem PC zu installieren.
  3. und außerdem sollte die EU-Kommision VOR einer endgültigen Entscheidung eine konkrete EU-weite Umfrage unter Computernutzern starten – dann und NUR dann kann eine Lösung gefunden werden, die auch den Bedürfnissen der Nutzer angepasst ist und etwas bringt. Alles andere ist doch nur wirtschaftliches Gehabe der Konkurrenz, die versucht, ein nicht erfolgreiches Produkt zu vermarkten (Opera).

Wie kürzlich zu lesen war, will Microsoft nun in Europa Windows 7 ohne den Internet Explorer anbieten – zur Bestüzung der EU-Komission, die meint, sie wollten “MEHR Auswahl an Browsern, und nicht weniger” – und sehr zu meiner Freude, denn ersten snutze ich den IE sowieso nicht und zweitens finde ich das Vorgehen der EU dermaßen daneben ebenso wie das der klagenden Parteien, dass ich’s nur korrekt finde (in diesem speziellen Fall), wenn Microsoft sich stur stellt. Ich würd’s in dieser Position auch nicht einsehen, warum ich freiwillig der Konkurrenz Tür und Tor öffnen soll…

Wie auch immer das Ganze ausgeht – ich hoffe, dass Microsoft demnächst von vornherein mal anders an die Sache rangeht und auf der anderen Seite auch mal andere den schwarzen Peter zugeschoben bekommen. Die Methoden sind wie erwähnt bei Google und Apple nicht viel anders, als bei Microsoft.

In diesem Sinne – hier die Links zu den aktuellsten Browsern. Jeder soll sich selbst ein Bild machen und dann entscheiden – ist immer noch die beste Variante.

Opera: http://www.opera.com/browser/download/

Firefox: http://www.mozilla-europe.org/de/

Safari: http://www.apple.com/safari/download/

Google Chrome: http://www.google.com/chrome/?hl=de

[Update]

Wie nun kürzlich offiziell bekanntgegeben wurde (siehe Technet-Blog), hat Microsoft sich zu einer Kompromisslösung durchgerungen. Sollte zuvor die europäische Version von Windows 7 noch komplett ohne Internet Explorer ausgeliefert werden, um den Forderungen der EU nach zu kommen, hat man sich nun entschieden, Windows 7 in der “normalen” Version mit Internet Explorer auszuliefern.

Die Forderung der EU wird nun dadurch berücksichtigt, dass Benutzer einen Auswahldialog angezeigt bekommen, in welchem – gewichtet nach aktuellem Marktanteil der jeweiligen Browser – Links zum Download angeboten werden. Der Internet Explorer kann auf Wunsch vollständig abgeschaltet werden, wobei “vollständig” bedeutet, dass dieser nicht mehr offensichtlich zu finden ist. Die grundlegenden Systemsdateien und APIs verbleiben jedoch im System – glücklicherweise, denn immerhin bauen eine Menge Programme und Funktionen auf diesen Systemdateien des Internet Explorer auf. Ein weiterer Vorteil der gefundenen Lösung ist, dass Windows 7 nun doch auch per Upgrade-Installation eingespielt werden kann. Dabei werden alle Programme und Einstellungen der aktuellen XP/Vista-Installation übernommen – die mühevolle und zeitraubende Arbeit mit einer kompletten Neuinstallation entfällt somit.

Toll, dass es nun einen Kompromiss gibt. Denn so sehr ich auch Microsofts Haltung verstehen kann (keine Lust darauf, Fremd-Browser direkt zu integrieren) – ein Windows, welches komplett ohne Browser kommt und es somit auch schwer gemacht hätte, an meinen Lieblingsbrowser Firefox zu kommen, wäre irgendwie sinnfrei.

Sehr erfreulich wäre es, wenn das von Jürgen Schmidt / heise.de vorgeschlagene Feature irgendwann mal Wirklichkeit werden würde – nämlich Windows-Update-zertifizierte Software – und somit automatische Updates für alle installierten Programme. Mehr zu dieser Idee in diesem heise.de-Artikel.