Prinz, Sand, Dschinn und massig Mumien… oder so… – das war’s, ich bin raus.
Okay, ein wenig mehr lässt sich zu dem neuen Prinz of Persia – The Forgotten Sands schon schreiben Achievement-Hunter können sich auf jeden Fall freuen, denn davon gibt’s ne Menge und die sind nicht sonderlich schwer zu bekommen.
Kenn ich das nicht…?
Irgendwie keimt beim Spielen von “The Forgotten Sands” der Gedanke auf: “Moment, das kenn ich doch irgendwoher – Kletterpartien, Rätsel lösen, Fallen ausweichen und nebenbei Gegner-Horden vernichten – und das noch alles mit toller Kulisse und passendem Sound… Aaaahhh, genau! Tomb Raider!” Aber irgendwas ist anders… “The Forgotten Sands” ist besser!
Wahrscheinlich liegt’s einfach daran, dass mal nicht Lara über den Bildschirm hüpft, sondern ein Prinz mit Krummsäbel, der das Königreich retten will (muss). Warum? Weil sein etwas leichtsinniger Bruder mal eben eine verwunschene Armee aus Sandkriegern frei rumlaufen lässt, in der Meinung, das wäre ‘ne gute Idee um einen gerade stattfindenden Krieg zu seinen Gunsten zu wenden. Dumm nur, dass diese Sandtypen für seine Interessen recht wenig übrig haben, sich gleich mal gegen ihn wenden und er sich dazu auch noch im Laufe des Spiels von deren “Big Boss” so nach und nach als Marionette missbrauchen lässt.
Gameplay, Optik, etc.
Prinz of Persia spielt sich einfach super. Von ein paar gelegentlichen Flüchen abgesehen, weil die Steuerung manchmal doch ein ganz klein wenig ungenau ist, sind die Bewegungsabläufe super gemacht. Der junge Prinz sprintet, hüpft, läuft an Wänden, als wäre es nichts. Und hat man erst einmal alle “Moves” drauf, dann gehen diese richtig flüssig ineinander über. Macht echt Laune!
Im Laufe des Spiels werden spezielle Kräfte freigeschaltet – Wasser, Feuer, Erde und Wind helfen dann mit, die fiesen Kreaturen wieder loszuwerden. Diese Kräfte kombiniert mit den entsprechenden Moves, später wird noch mal eben die Waffe auf eine etwas… nun… “besondere Art” verbessert – da hält den Prinzen nichts mehr. Wie das funktioniert? Nun ja, mit der Kraft des Wassers kann man z. B. Fontänen, die aus Wänden spritzen, schön vereisen und dann als Kletterhilfe nutzen. Die Kraft der Erde… braucht hier einer eine Steinrüstung? Den Rest überlasse ich eurer Phantasie.
Aus Wasser wird Eis wird... ne Kletterstange!
Das komplette Spiel wirkt optisch übrigens echt schick. Okay besondere Neuerungen braucht man nicht suchen (weil’s die nicht gibt), aber das trübt den Spielspaß keinesfalls. Warum auch immer das Rad neu erfinden?! Ubisoft hat einfach mal ein bewährtes Prinzip genommen und ein richtig gutes Spiel damit gemacht. Optisch gibt’s echt nichts zu meckern. Wie schon erwähnt gleicht es bekannten 3D-Jump-n-Runs – meiner Meinung nach ist aber der Spielfluss besser gemacht, eben weil die Bewegungen fließender ineinander übergehen.
Was eventuell ein wenig fade rüber kommt, ist der Schwierigkeitsgrad. Es gibt “einfach”, “normal” und … nicht’s weiter? Na sowas! Zugegeben, das Spiel auf Stufe normal an 2-3 Stellen auch mal etwas komplizierter zu meistern, in der Regel jedoch ist es fast zu einfach. Kurzer Blick auf’s FSK Siegel… Hmm ab 12 Jahren… Okay, mag sein, dass es für jüngere Zocker gemacht ist, aber haben die nicht auch Ansprüche?!? Egal, Spaß macht’s allemal und das ist ja nun mal die Hauptsache Ausserdem gibt’s dann schon den einen oder anderen Bosskampf.
Ups... Wer ist das denn?!
Zusatzinhalte
Prinz of Persia bietet übrigens auch wieder uplay – das Spielenetzwerk von Ubisoft. Das Nette daran: hat man sich einmal registriert und dazu noch das Spiel durch, bekommt man Punkte, die man “ausgeben” kann, um etwa einen sogenannten Challenge-Modus dazu zu kaufen. Der macht zwar nicht so viel her, aber einem geschenkten Gaul… genau!
Empfehlung? Joar…
Da es Achievements “hagelt”, man durch das bewährte Spielprinzip schnell “reinfindet” und auch irgendwie sonst alles passt, behaupte ich mal, dass das Ubisoft-Machwerk für so ziemlich jeden was ist. Der Schwierigkeitsgrad überfordert niemanden, entsprechend gering ist der Frustfaktor, proportional dazu hoch der Spielspaß.
Also dann, ich muss mal wieder… ein Königreich rettet sich nicht von allein! Verflixte Sandarmee…
Seit 14.05.2010 ist Alan Wake nun auf dem Markt. Mehr als genug Zeit, um den Grusel-Konsolero durchzuspielen. Okay, zugegeben – mich hat’s so sehr an die Konsole gefesselt, dass ich das Spiel in einem Rutsch durchgezogen habe… Gesamtspielzeit: 10.5 Stunden. Soviel dazu!
Aus diesem Statement lässt sich immerhin schon einmal ablesen: Alan Wake ist spannend! Natürlich ist das längst nicht alles.
Urlaub, frische Luft, Entspannung? Von wegen!
Alan Wake ist ein Schriftsteller, der mal recht erfolgreich war. “War” wohlgemerkt, in letzter Zeit läuft’s nämlich nicht mehr so besonders und ein ordentlicher Urlaub an einem beschaulichen Plätzchen namens “Bright Falls” soll den müden Typen wieder auf Vordermann bringen. Dumm nur, dass hier jeder Alan als genialen Schriftsteller kennt. Das war’s dann wohl mit Ruhe und Entspannung. Dazu kommt, dass hier eine ganz besondere sagen wir mal “Macht” wirkt. Und irgendwie steckt Alan somit von Anfang an im Schlamassel. Denn gleich zu Beginn kommt ihm auch noch seine bessere Häfte Alice abhanden.
Zur Story sei nur soviel verraten: Ihr trefft ein Haufen schräge Gestalten und werdet viel Spaß mit ihnen haben…
Grafik & Sound
Grafisch muss ich gleich vorwegnehmen ist das Spiel nicht auf der Höhe der Zeit. Aktuelle Spiele holen derzeit deutlich mehr aus der Technik der XBOX360. Trotzdem ist Alan Wake ein Hingucker. Remedy hat es sehr gut hinbekommen, die düstere Stimmung des Spiels grafisch in Szene zu setzen. Licht und Schatten – was im Spiel eine sehr große, nein die Hauptrolle spielt – sind super aufeinander abgestimmt und hinterlassen einen guten Eindruck.
Warum dann “grafisch nicht auf der Höhe der Zeit”? Nun, mal von den Licht-/Schatteneffekten abgesehen merkt man dem Spiel die lange Entwicklungsphase echt an. Die Gesichter sehen aus, wie der quasi Standard vor 2-3 Jahren, auf Autos und andere Spielelemente trifft das genauso zu. Die Mimik ist nicht wirklich toll, zumal nicht Lippensynchron – nicht mal mit englischer Original-Sprachausgabe. Das alles tut dem Spielspaß aufgrund der insgesamt guten Atmosphäre glücklicherweise aber keinen Abbruch.
Dazu kommt, dass der Sound sehr stimmig ist. Gerade wenn Gegner auftauchen lief es mir öfter mal kalt den Rücken runter – der Sound passt einfach zu gut und erzeugt echte Gruselstimmung. Und der Soundtrack erst – da sind schon ein paar echte Perlen dabei! “Poe” mit “Haunted” z. B., “Among the Oak & Ash” mit “Shady Groove” oder auch “Barry Adamson” mit “The beaten Side of Town”.
Sprachausgabe
Ja, wenn man das denn so nennen will… Ich weiß nicht, was man den deutschen Synchronsprechern vorher in’s Glas getan hat, aber irgendwas muss es gewesen sein! Anders kann ich mir nicht erklären, dass diese so wenig in ihre Rolle eintauchen. Wer auch nur ansatzweise Englisch versteht, sollte meiner Meinung nach vor dem Start des Spiels die Konsole auf Englisch umstellen! Testet’s aus – ich finde der Unterschied ist gravierend. Schade, dass Remedy es hier nicht geschafft hat über den langen Entwicklungszeitraum hinweg wenigstens ordentliche Synchronsprecher zu engagieren.
Andere Spiele machen das deutlich besser vor: “Mass Effect 2” z. B. setzt hier Maßstäbe, von denen man nicht so schnell wieder wegkommt, wenn man erst einmal bemerkt hat, wie professionell die Sprecher sind.
Im englischen Originalton zumindest ist das ganze schon deutlich stimmiger, auch wenn die Gesichter in den Videosequenzen wie erwähnt selbst dann nicht Lippensynchron animiert sind. Aber egal, darum geht’s ja auch im Spiel nicht.
Gameplay
Das gesamte “Feeling” im Spiel ist ein wenig anders als “die Regel”. Immer wieder gibt es Sprünge im zeitlichen Ablauf, was die Story ein wenig zerreißt – so zumindest mein Gefühl dabei. Mal was anderes ist z. B. aber auch, dass die einzelnen Episoden im Spiel unterteilt sind durch Rückblenden. Hat man einen Abschnitt geschafft, gibt’s einen Cliffhanger “Previously on Alan Wake…”, der noch einmal kurz zusammenfasst, was im vorherigen Abschnitt geschehen ist. Das ist ganz praktisch, um den Spielverlauf wieder im Sinn zu haben, wenn man nach einer längeren Pause den nächsten Abschnitt spielt. Netterweise kann man diese Videosequenzen auch überspringen – für alle die, die wie ich das Spiel einfach mal eben durch-”suchten” wollen Schließlich sollte man noch wissen, was man in der letzten Stunde so hinter sich gebracht hat…
Was dem Spiel seine Besonderheit gibt, ist das Zusammenspiel aus Licht und Dunkel. Einfach Regel: Licht bekämpft Dunkelheit! Und das ist durchaus wörtlich zu verstehen, was dem Gruseler eine ganz eigene Spielmechanik verpasst. In anderen Games rüstet man seine Waffe auf – Alan Wake braucht einfach nur eine größere Taschenlampe, so einfach ist das. Richtig Spaß macht es dann, wenn man in ein Auto steigt und das Fernlicht einschaltet
Ein paar witzige Szenen sind übrigens auch dabei. Ob es nun Alan’s Freund Barry ist, der ihn aufzieht oder eine Szene in der man auf einer Farm eine Bühnenshow nutzt, um den “Monstern” einzuheizen – zum Schmunzeln ist es allemal.
Da Alan Schriftsteller ist, passt es ganz gut, dass überall im Spiel Manuskript-Seiten verstreut liegen. Diese haben es aber in sich, wie Alan im Laufe der Handlung merkt. Also immer fleißig Seiten sammeln – das gibt den Episoden mehr Tiefe und Hintergrund. Es gibt da auch immer mal wieder eine Thermoskanne mit Kaffe, die man einsammeln kann… Wofür, das ist die Frage – einen Bezug im Spiel gibt es nicht wirklich. Und Alan sieht trotz Kaffee in den Zwischensequenzen immer gleich aus: verschlafen, wie auf Drogen. Naja, bei so viel Grusel- und Horrorgeschichten, die er durchmacht, werd ich ihm das nachsehen…
Einen ganz guten Spiel-Eindruck vermittelt dieses Video – hier wird auch noch was zur Steuerung gesagt.
Alan Wake - Review in Deutsch
Übrigens hier das ganze noch in Englisch zum Vergleich der extrem schlechten deutschen Sprachausgabe…
Alan Wake - Tutorial in Englisch
Gesamteindruck
Offen gestanden ist es mir lange nicht so schwer gefallen, mich bei einem Spiel auf eine Wertung festzulegen… Einerseits ist Alan Wake spannend, gruselig, stimmig, halt einfach irgendwie klasse. Andererseits… ist es aber auch nichts wirklich Besonderes. Dazu kommt die dann doch eher in Richtung “mittelmäßig” tendierende Grafik, die Story reißt einen nun auch nicht sooo extrem vom Hocker und die deutsche Sprachausgabe vermießt einem das Spiel dann noch komplett.
Die Lorbeeren, die verschiedenste Spielemagazine oder auch Webseiten dem Spiel gegeben haben, sind mir nicht so ganz klar. Ja sicher macht das Spiel Spaß. Ja, es kommt Gruselstimmung auf, ja, ja, ja… Aber bei einem Spiel, was so sehr vorab gehypt wurde – irgendwie hatte ich halt mehr erwartet.
Vermutlich hätte ich mehr Spaß am Spiel gehabt, wenn ich die sämtlichen Vorabberichte und Hype-Texte nicht gelesen hätte. Wieder mal selber schuld! Memo an mich selbst: xboxfront.de-Verbot auf die nächsten 2 Jahre ausweiten!
Fast wäre der Release von Bioshock 2 an mir vorbeigerauscht – Mass Effect 2 hatte mich ein wenig in Beschlag genommen… Wie gut, dass mich xboxfront.de per RSS erinnert hat, wäre doch schade gewesen, die Fortsetzung des Unterwasser-Gruslers zu verpassen! Mittlerweile einen Monat alt, aber so ein Beitrag macht ja auch erst Sinn, wenn man das Spiel durchgespielt hat…
Dein Status: Du bist ein Big Daddy.
So endet Teil 1 und startet Teil 2. Gleich zu Beginn lässt du dich davon überzeugen, dass Suizid eine gute Idee wäre. Da in dem Fall das Spiel ja sofort zu Ende wäre und somit doch etwas zu kurz, erwachst du natürlich wieder zu neuem Leben und stapfst nun als Beschützer der Little Sisters durch die feuchte Welt. Währen diese leckeres Adam aus den “Engeln” (welche nettes Wort für eine Leiche…) saugt, erledigst du nebenbei massig Splicer. Das sind diese lustigen Irren mit den Sicheln an den Händen, die nie um einen frechen Spruch verlegen sind. Oder die anderen Typen, die mit dir Verstecken spielen und dir dauernd versuchen den Helm zu verbrennen. Achtung: Heiß! Und tödlich…
Zwischendurch gibt’s immer mal wieder ein kleines Familientreffen – diesmal auch mit neuen Mitgliedern. Du bist der Big Daddy, beschützt die Little Sister, dann ist da noch irgendwo die Mama, und hey, wo eine “Little” Sister ist, muss es auch… Ja, genau, es gibt eine “Big Sister“. Welche Rolle diese spielt? Finde es heraus
Die Little Sister - wie's aussieht, dein größter Fan!
Story & Technik
Zur Story sage ich nicht viel ausser vielleicht, dass sie nicht besser ist, als die des ersten Teils. Das ist aber keineswegs negativ, denn das hohe Niveau geht nicht verloren. Bioshock 1 fand ich persönlich sehr spannend und genauso geht es auch in Teil 2 weiter. Und das schafft nicht jeder 2. Teil: Bei Mass Effect 2 z. B. gehen die Meinungen stark auseinander.
Im Bereich Technik gibt es ebenfalls nicht viel Neues, doch die feststellbaren Verbesserungen verstärken noch einmal das positive Spielerlebnis des ersten Teils. Dabei sind die Sounds und die Hintergrundmusik wieder wirklich klasse gelungen, sehr athmosphärisch und passend. Die Grafik wurde noch einmal aufgefrischt, Schatten und Lichter sehen noch einen Zacken stimmiger aus. Und wenn du als schwerfälliger, blechverkleideter Big Daddy vor einer riesigen Glasscheibe stehst, die gerade in 1000 Stücke zerspringt, das Wasser rauscht auf dich zu, die Soundkulisse tut ihr Übriges… Da kommt schon echte Stimmung auf!
Spielelemente
An der Spieldynamik wurde gefeilt, Bioshock 2 spielt sich gefühlt ein wenig flüssiger. Nett ist, dass man diese kleinen fliegenden schiesswütigen Roboter und die Geschütze nach einer Hack-Übernahme nun gegen Abgabe von ein wenig Eve reparieren kann. Neu ist auch die Art, wie du Geschütz, Bots, Safes usw. hackst – hier gibt es nun zusätzlich die Option, aus der Ferne einen “Hack-Pfeil” zu verschießen – Beides bringt ein wenig Taktik in’s Spiel und sorg damit für mehr Spieltiefe. Ausserdem gibt’s neue Plasmide, mit denen du dich hoch-splicen kannst, neue Waffentypen und natürlich den Bohrer, deine Hauptwaffe als Big Daddy!
Ein Gameplay-Video was einige der erwähnten Elemente zeigt, gibt’s gleich hier:
Fazit
Bisoshock 2 brilliert wieder einmal mit einem aussergewöhnlichen Setting. Sicher, im Vergleich zu Teil 1 hat sich nicht wirklich viel geändert – aber gerade dieser Fakt trägt dazu bei, dass der Spielspaß erhalten bleibt. Keine “Verschlimmbesserungen” sondern stattdessen einfach einen guten ersten Teil fortsetzen – diese Strategie dürfen sich andere Entwicklerschmieden gerne abgucken. Hat dir also Bioshock 1 gefallen, wird dich auch Teil 2 an den Bildschirm fesseln!
Hast du das Spiel schon durch? Lass einen Kommentar da und sag’ deine Meinung.
Yeah, es ist soweit, Mass Effect 2 ist raus! Amazon.de war so nett und hat es mir per Express-Sendung zugestellt – so konnte ich direkt am Veröffentlichungstag 29.01.2010 schon meine ersten Spielstunden “durchleben”. Den Artikel schreibe ich mit ein wenig gemischten Gefühlen – warum, dazu gleich mehr…
Vorab: Wer Spoiler-Angst haben sollte – keine Sorge, ich werde hier nichts zur Story verraten. ;o)
Alles bleibt anders…
Der Spieleinstieg erfolgt wie im ersten Teil Rollenspiel-typisch – erstelle einen Charakter und such dir aus, wie er aussehen soll. Hat man den ersten Teil bereits vollständig durchgespielt und seine Spielstände aufgehoben, kann man seinen Charakter aus dem ersten Teil übernehmen. Was dazu führt, dass man von Beginn an gleich ein paar Boni hat. Wer möchte kann selbstverständlich auch einen neuen Charakter erstellen. Das läuft ab wie im ersten Teil: Klasse und Vorgeschichte wählen und dann das Aussehen bestimmen.
Wer einen neuen Charakter erstellt, für den bestimmt ein Zufallsprinzip, welche Entscheidungen im ersten Teil getroffen wurden, also mit welchem Crewmitglied getändelt wurde, ob man den galaktischen Rat gerettet oder sterben lassen hat, wen man auf Virmire hat sterben lassen usw. Das funktioniert ganz gut – in meinem Fall hat der Zufallsgenerator sogar bis auf einen Punkt exakt meine Entscheidungen aus dem ersten Teil getroffen.
Negativ ist leider, dass ich meinen Charakter aus dem ersten Teil nicht übernehmen konnte. Im entsprechenden Dialog erhielt ich nur die Meldung “keine Spieldaten gefunden” oder so ähnlich. Nach einem Check in ME1 ist zumindest die Charakter-Datei aus Teil 1 vorhanden. Das reicht wohl leider nicht – es scheint, als bräuchte diese Import-Funktion einen Spielstand, der den Status “Mission erfüllt” enthält… Große Klasse, den hab ich nicht mehr – da bleibt mir wohl nur, mich noch mal ein paar Stunden hinzusetzen und den ersten Teil noch einmal bis zum Ende durchzuspielen. Zu gerne möchte ich sehen, wie sich “meine” tatsächlichen Entscheidungen aus Teil 1 in Teil 2 auswirken!
Und los geht’s!
Doch weiter mit Mass Effect 2: Die ersten paar Spielminuten überraschen – man steigt sofort mit Hochgeschwindigkeit in die Story ein und die Gerüchte um Commander Shepards Tod werden endlich aufgelöst. Wie aus dem offiziellen Trailer schon zu ersehen ist, trifft man den Mann hinter Cerberus, einer pro-menschlichen Vereinigung und bekommt neue Team-Mitglieder sowie wieder einiges an Dialogen, malerischen Schauplätzen und was bei Bioware noch so zu einem guten Spiel gehört, geboten.
Für mein Empfinden ist der Spieleinstieg sogar sehr schnell abgehandelt. Sehr sehr schnell, extrem schnell…! Im ersten Teil wurde der Einstieg etwas ruhiger angegangen und das hätte im zweiten Teil sicher auch nicht geschadet. sondern eher dazu beigetragen, von Anfang an dieselbe großartige Athmosphäre aus Teil 1 aufzubauen. So kommt diese erst etwas später im Spiel auf. Schade eigentlich.
Auch schade, dass bei der Entwicklung des Spiels die Übersetzung in’s Deutsche leider übertrieben wurde. Beispielsweise heißt der Sektor, in dem sich die Citadel befindet, im ersten Teil noch “Widow” – im zweiten Teil wurde es dann übersetzt und heißt entsprechend “Witwe”. Oder der im zweiten Buch hinter Cerberus stehende charismatische “Erleuchtete” verkommt im Spiel zum “Unbekannten”, ähnlich wie auch “die Sammler“, die im Spiel nun “Kollektoren” heißen… Doch damit nicht genug: im Gegenzug werden plötzlich einige Namen / Begriffe in der englischen Aussprache genutzt. So bspw. die “Geth“, “Saren” und noch einige andere. Verdrehte (Spiele-)Welt! Liebe Leute von Bioware: konntet ihr euch nicht für EINS entscheiden? Entweder alles Englisch oder wirklich alles deutsch?!
Genanntes nimmt dem Spiel noch ein Stück weit die Athmosphäre, besonders, wenn man von Anfang an dabei ist, sprich beide Bücher gelesen und den ersten Teil gespielt hat.
Kurze Pause und Kritik – leider…
Um den Artikel sinnvoll abschließen zu können, habe ich beim Schreiben ein paar Tage Pause eingelegt und das Spiel mal eben durchgespielt. Tja, was soll ich sagen… Großartige Dialoge, tolle Charaktere, eine spannende Story, und und und… Mass Effect 2 als Gesamtwerk gesehen ist wirklich klasse!
Leider kommt jetzt das “aber”…
Nummer 1:
Warum wurde der Rollenspiel-Part so sehr beschnitten?
Es gibt keine richtige Item-Verwaltung mehr – um Rüstung, Waffen usw. auszurücsten oder zu verbessern, muss man nun immer durch sein Lieblings-Raumschiff, die Normandy, traben und mehrere Konsolen aktivieren. Ein aus Rollenspielen und auch aus Mass Effect 1 bekanntes Item-Menü existiert schlicht nicht mehr!
Ich kann meinen Begleitern keine Upgrades für Waffen, Rüstung etc. mehr verpassen. Die einzige noch gebliebene Auswahl-Möglichkeit ist, dem Charakter eine Waffe pro Waffengattung zuzuweisen.
Im ersten Teil war es noch möglich – dank Item-Verwaltung – vorhandene Waffen usw. auch wieder zu verkaufen und somit wieder zu Geld zu machen. In Teil 2 habe ich das vergeblich gesucht!
“Aber” Nummer 2:
Mass Effect 2 wird unter anderem damit angepriesen, dass sich die Entscheidungen des ersten Teils auf das Spielerlebnis in Teil 2 auswirken. Das ist auch der Fall. Was leider fehlt: es gibt ein paar kleine Andeutungen und Bezugnahmen auf Vorgänge in Teil 1, auch einige Begebenheiten, Orte bzw. Personen aus dem zweiten Buch werden kurz erwähnt. Aber mehr ist es dann auch nicht. Hier hätte ich mehr erwartet.
Zum Beispiel ist die Geschichte des Buchs “Mass Effect, Bd. 2: Der Aufstieg (Drew Karpyshyn)” einfach grandios! So grandios, dass dieser Stoff durchaus umfangreicher in das Spiel hätte einbezogen werden können. Ob nun als Nebenmission oder direkt mit in die Hauptmission integriert – so dass man bspw. auf einen der Charaktere aus dem Buch trifft oder Ähnliches – das sei dahingestellt, aber es wäre durchaus machbar gewesen und hätte das Spielerlebnis und überhaupt die Geschichte von Mass Effect vertieft, spannender gemacht. Leider wurde diese Chance nicht genutzt.
Auch von der Verknüpfung des ersten Spiels mit dem zweiten Teil hatte ich mehr erwartet. Ein Anknüpfen an die Story sozusagen, dass man bevor das Spiel so richtig los geht überhaupt erst mal erfährt, was nach den Geschehnissen im ersten Teil so passiert ist. Das fehlt leider so gut wie vollständig. Irgendwie kam ich mir beim Spielen von Mass Effect 2 so vor, als hätte Bioware das mit Absicht gemacht – sozusagen, um einem als Spieler direkt ein bestimmtes Gefühl zu vermitteln… Welches kann ich nicht schreiben – ich würde Teile der Story verraten!
Aber vielleicht kommt ja der eine oder andere drauf, was ich meine – spätestens nach dem Mass Effect 2 durchgespielt ist ;o)
“Aber” Nummer 3:
Bugs in Spielen sind echt nervig! Da läuft mein Charakter auf dem Bildschirm gerade eine Treppe hoch und plötzlich… hängt er in der Luft. Ich gehe nach links, rechts, vor, zurück – immer noch in der Luft. Nach 3-4 Minuten hin- und herlaufen treffe ich zufällig einen Punkt, der mich wieder auf die korrekte “Level-Planeten-Oberfläche” zurückbringt und kann die Mission weiterspielen. Autsch – böser Klipping-Fehler!! Hier ein kurzes Video dazu – Qualität ist nicht die beste, da mit einem iPhone aufgenommen, jedoch sieht man worum’s geht:
Ausser diesen Klipping-Fehlern kam es leider auch mehrere Male im Spielverlauf dazu, dass sich bestimmte Events nicht anstoßen ließen. Beispielsweise sollte ich in einer Mission einen bestimmten Charakter ansprechen – das klappte jedoch einfach nicht. Die Aktion war verfügbar, ich habe den entsprechenden Button sicher 20-30 mal gedrückt – jedoch wurde das zugehörige Event einfach nicht gestartet. Nachdem ich eine andere Mission abgeschlossen hatte, bin ich wieder an die Stelle zurück und habe es noch einmal probiert. Und auf einmal reagierte der Charakter wie es sein sollte. Solcherlei Fehler nerven einfach und trüben den Spielspaß. Hoffentlich wird hier seitens Bioware noch nachgebessert!
Viel zu schnell zu Ende…
Nach dem Durchspielen war mein erster Gedanke: “Wie jetzt – DAS war’s schon?!?” Das Ende kam wirklich sehr überraschend. Im Nachhinein musste ich feststellen: als ich dachte, ich hätte evtl. 25 – 30% des Spiels geschafft, war ich eigentlich schon bei ca. 60 – 70% angelangt! So wie der Einstieg, so auch das Ende des Spiels: rasant, viel zu schnell!
Mein Kein Spiel des Jahres
Mass Effect 2 war für mich das Spiel des Jahres 2010 – bevor ich es gespielt habe. Jetzt bin ich irgendwo ein ziemliches Stück enttäuscht. Bioware, was ist los bei euch? Mass Effect 1 war ein so großartiges Spiel, sicher mit einigen Schwächen bei der Grafik, aber davon ab… TOP! Hat EA euch zu sehr auf die Füße getreten? Oder was ist sonst der Grund, dass Teil 2 soviel Athmosphäre einbüßt und es nicht schafft, dieselbe großartige Stimmung aus Teil 1 aufzubauen?
Die Szenerie aus Mass Effect bietet so viel Stoff, so viele Möglichkeiten – warum nutzt man diese nicht auch voll aus? Mit Mass Effect 1 hat Bioware einen sehr gut abgestimmten Mix aus Shooter und Rollenspiel geschaffen – in Teil 2 wurde dieses Gleichgewicht wieder zerstört. Das einzig Positive dabei ist, dass die Shooter-Elemente, sprich das Kampfsystem und Waffenhandling an sich, deutlich besser geworden ist.
Fazit
Mass Effect 2 bietet sicher eine gute Fortsetzung der Story um Commander Shepard, die Menschheit als Neuankömmling in der intergalaktischen Gemeinschaft, die Bedrohung durch die Reaper usw. Die Stimmung und Athmosphäre aus Teil 1 zu halten, schafft der zweite Teil leider nicht. Ich bin gespannt auf Teil 3 der Saga und hoffe einfach mal, dass zumindest ein guter Mix aus Teil 1 + 2 dabei heraus kommt. Abwarten…
P.S.: Hallo Bioware, bitte nehmt doch bei Mass Effect 3 wieder einen ebenso genialen Schluss-Song wie in Teil 1! Der von Teil 2 war ja wohl mal gar nichts! Danke
Habt ihr Mass Effect 2 schon durchgespielt? Wie ist eure Meinung? Lasst einen Kommentar da…
Erstellt von mici81de am Dienstag, 22 Dezember, 2009
Beim ersten Assassinen-Abenteuer war ich mir nicht ganz sicher, ob ich es hassen oder lieben soll… hassen, weil die Neben-Missionen immer wieder gleich ablaufen und daher extreme Langeweile erzeugen – oder doch lieben, weil das Gesamtkonzept einen doch wieder so sehr in seinen Bann zieht, dass ich das Spiel mittlerweile zum dritten Mal am Wickel habe.
Und daher war ich schon extrem gespannt, ob es Ubisoft im zweiten Teil schaffen würde, die Kritikpunkte tatsächlich aus der Welt zu schaffen. Zumal es einen 35 min langen Trailer zum Spiel gab, der Appetit machen sollte – und es geschafft hat!
Templer vs. Assassinen – Round 2!
Der Einstieg in’s Spiel ist recht simpel gehalten – Protagonist “Desmond” ist wieder am Start und wird erst mal flott aus der Einrichtung von “Abstergo”, der dubiosen Firma, die ihn entführt hatte, befreit. Und zwar von niemand geringerem als der blonden Dame aus dem ersten Teil. Nach 10 min Spielzeit hat man dann auch schon das erste Achievement: “Arrivederci Abstergo”. Nochmal 10 min weiter das nächste “Willkommen im Animus 2.0″. Und nochmal 10 min weiter… na? Genau! Also 30 min gespielt und 60 Points mehr – sehr schön, da ist die Motivation hoch, weiter zu spielen.