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Plesk 9 und PHP 5.2.13/5.3 – so geht’s

Erstellt von mici81de am Mittwoch, 12 Mai, 2010
php_5-2-13_dotdeb

PHP 5.2.13 über dotdeb.org installiert

Das Plesk Panel von Parallels ist eine (meiner Meinung nach) recht angenehme Variante, einen Web-Server zu verwalten. Alltägliches, wie z. B. das Einrichten einer neuen E-Mail-Adresse, das Anlegen einer Subdomain oder ähnliche Aufgaben lassen sich mit wenigen Klicks bewerkstelligen. Besonders angenehm ist auch, dass sich in den “Webhosting-Einstellungen” einer Domain jederzeit die PHP-Einbindung wählen lässt: die Standard-Variante als Apache-Modul (mod_php) oder doch lieber per fastcgi.

Der Vorteil bei fastcgi ist dabei, dass dann gleich auch die Erweiterung suexec aktiv geschaltet wird, was dazu führt, dass PHP-Skripte mit den Rechten des FTP-Users, dem die Skripte gehören, ausgeführt werden. Das ist äußerst praktisch – sonst teilweise recht nervige Update-Prozeduren von z. B. WordPress Themes/Plugins laufen einfach so durch.

Das Problem

Wie überall bei Software gibt es natürlich auch bei Plesk verschiedenste Punkte, an denen der Spaß aufhört und man die Komplexität des Systems verflucht. Dabei spielt vor allem die als Standard mit Plesk installierte PHP-Version eine große Rolle. Einerseits, weil ein auf Sicherheit bedachter Admin logischerweise gerne Updates einspielen würde – andererseits, weil bestimmte PHP-Funktionen nun mal erst ab einer bestimmten Version verfügbar sind. Selbst die neueste Plesk-Version 9.5.1 bringt je nachdem, auf welchem System sie eingesetzt wird, aber nur veraltete PHP-Versionen mit bzw. zieht sich diese aus den Repositories der Distribution. Möchte man aber aus zuvor erwähnten Gründen eine aktuellere PHP-Version einsetzen, fängt’s an haarig zu werden.

Wichtige Info:

Wer auch immer das liest – bitte beachte, dass ich hier nur meine “Odyssee” schildere und wie es dann letztlich funktioniert hat. Dieser Beitrag will kein Tutorial sein! Bitte daher nicht einfach irgendeinen der Schritte nachvollziehen, ohne vorher den gesamten Artikel gelesen zu haben – könnte nämlich zu extrem unerwünschten Ergebnissen führen… Danke Anke. :-)

Ein Ansatz…

Mein erster Gedanke war: Das kann doch nicht so schwer sein! Ich lade mir einfach die Quellen einer aktuellen PHP-Version, kompiliere die selbst und schiebe sie Plesk unter. Gedacht, umgesetzt, … gescheitert. Bei der Umsetzung wird das Ganze nämlich schon lustig. Wer so was schon mal gemacht hat weiß, dass so ein configure-Befehl sehr mächtig ist bzw. eine Menge Optionen mitbringt. Bei PHP ist es besonders wichtig, denn schließlich sollen alle derzeit auf dem System aktiven Erweiterungen auch in der neu kompilierten Version mit drin sein!

Nun ja, erster Schritt: Unter http://www.php.net/downloads.php#v5 die gewünschte PHP-Version geladen (hier 5.2.13), entpackt und mal eben die möglichen Schalter des “configure” angezeigt.

$ wget http://de3.php.net/get/php-5.2.13.tar.gz/from/this/mirror
$ tar xvzf php-5.2.13.tar.gz
$ rm php-5.2.13.tar.gz
$ cd php-5.2.13
$ ./configure --help | less

Der letzte Befehl gibt die Hilfe und damit auch die möglichen Optionen/Schalter für den “configure”-Befehl für PHP aus. Eine schnelle Zählung ergibt mal eben schlappe 219 Optionen. Nun wäre allein das ja nicht so tragisch, wenn man weiß, wie die aktuelle Konfiguration aussieht. Dann würde es ausreichen, die korrekten Optionen zu setzen und configure auszuführen. Nur: wie lässt sich die aktuelle Konfiguration verlässlich herausfinden? Mit welchen Erweiterungen wurde das derzeit installierte PHP kompiliert?

Configure-Gerätsel

Bei einigen Webhostern wird über den PHP-Befehl phpinfo(); auch der “Configure Command” mit ausgegeben. Mit dieser Info hat man schon mal so gut wie gewonnen. Denn diese Anzeige gibt nun mal genau aus, wie PHP konfiguriert wurde. Ein simples copy & paste sollte also ausreichen, um die neue PHP-Version auf den Weg zu bringen.

Das ist leider bei einer Plesk-Installation in der Regel nicht der Fall – hier fehlt der “Configure Command” in der phpinfo()-Ausgabe. Also wo bekommt man diese Info dann her? Selbst wenn man sämtliche in der über phpinfo ausgegebenen Aufstellung angezeigten Module und Erweiterungen durchforsten würde, kann man daraus nicht zuverlässig den Configure-Befehl ableiten.

Ich habe auf diesem Weg zwei Tage vergeudet – mehrere Stunden intensiver Google-Suche eingeschlossen und bin zu keiner zufriedenstellenden Lösung gekommen, wie man an diese Information kommt. Zwar gibt es alle möglichen sehr informativen Anleitungen, wie PHP auf diesem Weg zu konfigurieren und installieren ist. So fand ich bspw. diese Anleitung sehr hilfreich: Websiteentwicklung: PHP: Installation: UNIX-artige_Systeme. Mein großes Fragezeichen war damit aber immer noch nicht beantwortet.

Ein anderer Ansatz

Weil mir irgendwann die Lust verging und ich auch mal wieder was anderes zu tun hatte, als stundenlang verzweifelt nach einer Antwort zu suchen, musste eine andere Lösung her. Mir fiel wieder ein, dass ich irgendwo mal vorkompilierte Installationspakete für aktuelle PHP-Versionen für die verschiedenen Linux-Distributionen gefunden hatte. Also noch mal eben danach gesucht und siehe da, dotdeb.org führt unter dem Link http://www.dotdeb.org/mirrors/ eine Liste der verschienden Spiegelserver für Debian-basierte Server. Demnach auch für mich – welch Freude!

Damit diese Quellen verwendet werden, ist nur eine kurze Anpassung der Datei “/etc/apt/sources.list” erforderlich:

$ nano /etc/apt/sources.list

Hier habe ich dann an’s Ende die Mirrors von dotdeb.org für Deutschland eingefügt.

deb http://ftp.hosteurope.de/mirror/packages.dotdeb.org/ stable all
deb-src http://ftp.hosteurope.de/mirror/packages.dotdeb.org/ stable all
deb http://dotdeb.netmirror.org/ stable all
deb-src http://dotdeb.netmirror.org/ stable all

Wieder mal gedacht, jetzt ist alles toll – und über “apt” ein update & upgrade ausgeführt:

$ apt-get update && apt-get upgrade

Und siehe da – es gibt Updates für PHP auf die von mir gewünschte Version 5.2.13. Installieren? Ja klar! Bei der Installation gab’s keine Schwierigkeiten, alle Abhängigkeiten wurden erfüllt, so soll’s sein. Auf die Frage hin, ob die vorhandenen Konfigurationsdateien beibehalten werden sollen, antworte ich natürlich mit “Ja” – schließlich sollen die Einstellungen so bleiben, wie sie sind!

Dann der große Test – was sagt phpinfo? Yeah, auch hier sieht’s gut aus: “PHP Version 5.2.13″ wird angezeigt. Soweit so gut.

Was folgt, ist… Ernüchterung. Aus welchen Gründen auch immer – mein Blog läuft nicht mehr. Eine kurze Nachforschung ergibt: PHP wurde zwar aktualisiert, aber trotz der Entscheidung, die Konfigurationsdateien wie gehabt zu behalten, wurde die MySQL-Erweiterung nicht bzw. nicht korrekt installiert.

Toll – auf diesem Weg also auch kein Erfolg gehabt. PHP ist zwar aktuell, aber die Installation ist zerschossen. Was nun?

Unkonventionell und unpraktisch – aber endlich eine Lösung

Die Lösung ergab sich letztlich durch den Umstand, dass ein Update von Plesk vor der Tür stand. Momentaner Stand war Plesk 9.3 – die neue Version Plesk 9.5.1 sollte installiert werden. Da neue Plesk-Versionen mit Vorsicht zu genießen sind, gerade, wenn diese als Upgrade von einer kleineren Version ausgeführt werden, habe ich das Ganze erst einmal auf den späten Abend verschoben.

Abends stand dann erst mal eine Sicherung des Servers an, Blog + Datenbank exportieren und dann… einfach mal eben eine Neuinstallation des Servers mit Minimal-System. Gut dass das kein Produktiv-System mit anderen Usern drauf ist, sondern halt einfach nur ein privater Blog drauf läuft. Da ist sowas schon mal eben vertretbar.

Nach der Neuinstallation des Systems kurz eben einmal die Updates ziehen und los geht’s. Da das PHP-Update bei einer vorhandenen Plesk-Installation scheiterte, dachte ich mir, schiebe ich Plesk doch einfach schon während der Installation die neue PHP-Version unter! Und so hat’s dann auch funktioniert.

Kurz bei Parallels unter “http://www.parallels.com/de/download/plesk/products/” einen Account angelegt und den “autoinstaller” für meine Distribution herunter geladen. Dann die “sources.list” angepasst und den Installer von Plesk gestartet…

$ wget __link_vom_parallels_webserver_zur_gewünschten_Version__
$ nano /etc/apt/sources.list       # Sources von dotdeb.org eingefügt wie oben beschrieben
$ chmod +x __von_parallels_heruntergeladene_datei__      # herunterladene Datei ausführbar machen
$ ./__von_parallels_heruntergeladene_datei__     # autoinstaller starten

Hangelt man sich nun durch das Menü des Autoinstallers und lässt die Installation dann durchlaufen, zieht sich das Plesk-Tool brav aus den Quellen die aktuelle PHP-Version und installiert diese. Heureka!

Abschließend stand dann noch an, das Datenbank-Backup und die Blog-Daten wieder einzuspielen und einzurichten, was dann relativ schnell erledigt war. Komfortabler geht es natürlich über den Plesk-Backup-Manager. Nutzt man diesen, um z. B. einmal pro Tag eine automatische Sicherung des gesamten Servers, soweit es Plesk betrifft, durchzuführen, so braucht man nach der Neuinstallation einfach nur wieder die Daten des FTP-Servers einzutragen, auf dem das Backup liegt. Gibt Plesk noch eben den Auftrag das Backup zurückzuspielen und schon steht die Einrichtung wieder.

Das Beschriebene lässt sich natürlich statt mit PHP 5.2.13 auch genauso mit PHP 5.2.3 durchführen.

Fazit:

Ob sich der ganze Aufwand lohnt / gelohnt hat, ist die Frage. Ich denke schon – immerhin habe ich nun die neueste PHP-Version am Laufen. Seitdem funktioniert auch FastCGI und suexec ohne Probleme. Und falls zukünftig irgendwann mal wieder eine Serverneuinstallation ansteht, weiß ich nun, das Plesk von Anfang an die korrekte Version untergeschoben bekommen muss, damit es läuft ohne zu meckern.

Es bleiben allerdings noch offene Fragen:

  • Wie vertrauenswürdig sind die Quellen von dotdeb.org? Sind die “produktiv-System-tauglich”?
  • Wieso hat die Installation der Pakete von dotdeb.org im laufenden Betrieb versagt, obwohl ich die bestehenden Config-Files beibehalten habe?
  • Warum finde ich verflixt noch eins keine Info dazu, wie ich mir den “Configure Command” der jeweils aktuell installierten PHP-Version anzeigen lassen kann, wenn dieser nicht per phpinfo() auftaucht?
  • Und wenn ich dann diese Info irgendwann mal finden sollte… wird das Kompilieren und Installieren der dann aktuellen PHP-Version sauber vonstatten gehen oder wird’s wieder scheitern?

Für Infos bin ich dankbar – nutzt bitte einfach die Kommentar-Funktion. Danke :-)

Apache + PHP: stop talking!

Erstellt von mici81de am Samstag, 14 November, 2009

Apache + PHP

Bei einer kürzlichen Kontrolle

des Apache-Logfiles fielen mir massenweise folgender Meldungen auf:

[Sat Nov 07 12:00:49 2009] [error]
[client xxx.xxx.xxx.xxx] client sent HTTP/1.1 request without hostname
(see RFC2616 section 14.23): /w00tw00t.at.ISC.SANS.DFind:)

Da man Anfragen an einen Server ja in der Regel nicht ohne Grund stellt, ist natürlich die Frage: Was gibt denn der Server für Infos als Header raus, wenn ein HTTP-Request gestellt wird?

Wie ich feststellen musste, sind das in der Standard-Konfiguration jede Menge Infos! Darunter unter Anderem:

  • verwendetes Betriebssystem
  • verwendeter HTTP-Server mit Versionsnummer
  • installierte Mods, wie z. B. Python, SSL, Perl, etc. sowie die jeweilige Version
  • bei Aufruf einer PHP-Seite auch die PHP-Version

Kurz darüber nachgedacht… Wen gehen diese Daten etwas an? Tja, aus Sicherheitsgründen eigentlich niemanden, der nicht direkt aus Verwaltungsgründen oder Programmierfragen etwas mit dem Server zu tun hat. Also – wie bringe ich Apache und PHP bei, nicht so zu tratschen?

Die Lösung

sind zwei Einträge in den Konfigurationsdateien von Apache und PHP.

Zuerst der Eintrag für den Apache – wieviele Infos der Apache preisgeben darf legt man über den Eintrag “ServerTokens” fest. Den kann man z. B. einfach ganz in die letzte Zeile der Datei /etc/apache2/apache2.conf schreiben.

Fünf Einstellungen stehen dabei zur Auswahl:

  • Kein Eintrag oder auskommentiert = Produktname + Version, Betriebssystem und Module
  • OS = Produktname + Version und Betriebssystem
  • Min = Nur Produktname + Version
  • ProductOnly = Nur Produktname
  • Major = Nur Produktname + Haupt-Versionsnummer

Also würde bspw. ein Eintrag in der Form “ServerTokens ProductOnly” dafür sorgen, dass im Header nur noch die Info “Server = Apache” mitgesendet wird.

Die zweite Änderung betrifft die Datei /etc/php5/apache2/php.ini – hier sucht man sich den Eintrag “expose_php =” und setzt diesen auf den Wert “Off“.

Abschließend

folgt noch ein Neustart des Apache-Servers über den Befehl “/etc/init.d/apache2 restart” und schon hat das Getratsche – wie im Bild zu sehen – ein Ende.

ScreenShot Antwort-Header

ScreenShot Antwort-Header

Google Chrome 3 – wozu?

Erstellt von mici81de am Freitag, 18 September, 2009
Google Chrome 3

Google Chrome 3

Na endlich, der neue Chrome ist da!

Aber moment – wer braucht den eigentlich? Bringt er Innovationen? Ist er schneller als andere Browser? Kann er meine Kaffeemaschine steuern? Leider nein – ist die Antwort auf alle drei Fragen…

Zugegeben, Bewegung im Browsermarkt ist etwas, worauf die Welt schon lange gewartet hat. Windows-User freuen sich, dass nun bald alles besser wird und Microsoft von sich aus anbietet, andere Browser wie Firefox, Opera usw. zu installieren.

Fein, dann wird es künftig dank des neuen Firefox 3.5.3 bzw. 3.0.14 Updates weniger PCs geben, die eine unsichere Flash-Version nutzen, denn seit dem Update moniert Firefox alte Plugins und verweist auf die Update-Seite von Adobe. Nette Idee – bitte mehr davon!

Wer Opera für sich auserwählt, der flitzt seit der Version 10 durch’s Netz wie nie zuvor und freut sich über eine neue sehr schicke Tableiste sowie eine noch flexiblere Schnellwahl.

Dann wäre da noch der “Fremdgänger” Safari, der sich meiner Erfahrung nach auf einem Windows-System so fühlt, wie Adam und Eva nach der Verbannung aus dem Paradies. Ob das jetzt speziell an meiner Systemkonfiguration liegt oder ein allgemeines Problem ist, kann ich leider nicht sagen. Zumindest braucht der Safari bei mir eine “Warmlaufphase” von ca. 30-60 Sekunden. Hat er die hinter sich, lässt sich allerdings auch mit diesem Browser angenehm schnell arbeiten.

Doch was bietet Chrome 3?

Okay, er startet schnell. Der Seitenaufbau ist auch recht schnell – lässt aber z. B. bei Seiten mit vielen Flash-Animationen / Videos noch zu wünschen übrig. Das Laden einer Übersichtsseite von Youtube mit der Vorschau von 20-25 Videos dauert schonmal spürbar länger, als bspw. mit Firefox, ist allerdings ungefähr gleich schnell, wie der Opera 10. Um einen neuen Tab zu öffnen, muss in Chrome der “plus”-Button angeklickt werden, der aus ALLEN anderen Browsern bekannte Doppelklick auf die Tableiste bewirkt leider nicht das, was man erwartet. Ein Minuspunkt bei der Usability!

Der sogenannte “Inknognito”-Modus, auch aus dem Internet Explorer als “InPrivate”-Browsing bekannt, ist ganz nett, wer’s braucht, wird sich über die Funktion freuen. Dabei werden beim Surfen keine Cookies gespeichert, auch der Verlauf wird nicht mitgeschrieben. Neu ist die Funktion nicht – die hatte auch schon die vorherige Version des Browsers.

Bei den auf einem neuen Tab eingeblendeten “Schnellklick”-Seiten geht Chrome einen etwas seltsamen Weg: hier werden die kürzlich geschlossenen Tabs, bzw. am meisten besuchten Webseiten angezeigt. Eine Möglichkeit, sich eine Schnellstartseite wie in Opera oder Safari zusammenstellen, gibt’s leider nicht. Schade!

Seit Version 3 kann der Chrome mit verschiedenen Designs aufgehübscht werden – wer’s mag… Gibt’s in anderen Browsern auch schon, sinnvoll ist es nicht wirklich.

Mein Kurztest-Fazit zu Google’s Chrome:

Es ist von der Aufmachung her in der Grundkonfiguration sicher der schlankste Browser, nur ein sehr geringer Prozentsatz des Bildschirms wird für die Elemente des Browsers verwendet, der meiste Platz steht der jeweiligen Webseite zur Verfügung. Wenn man möchte kann man allerdings auch andere Browser entsprechend konfigurieren. Ein richtiges “Killerargument”, warum man den Google Browser nutzen sollte, konnte ich nicht entdecken. Andere Browser leisten da durchaus mehr, vor allem auch, was verfügbare Erweiterungen angeht.

Wer sich selbst eine Meinung bilden möchte , kann hier die neueste Version des Browsers herunterladen: http://www.google.com/chrome

Opera 10 – Wer kommt denn da aus dem Schatten??

Erstellt von mici81de am Dienstag, 8 September, 2009
Opera 10.0

Opera 10.0

Heute war ich mal wieder dabei, eine Webseite mit den verschiedenen Browsern auf Kompatibilität zu testen, als mir Opera frohgemut mitteilte “Hallo, für mich gibt’s ein Update!”

Von Opera 10 hatte ich schon bei heise.de gelesen, dass der unheimlich schnell sein soll, also dachte ich mir: “Das teste ich doch gleich mal!” Eben mal schnell das Update installiert und ein paar umfangreichere Webseiten mit sehr viel Flash und Video-Einbindung aufgerufen… Fazit: WOW – der neue Opera ist WIRKLICH schnell! Extrem schnell! Rasend schnell! Er besteht sogar anstandslos den ACID-3-Test, kann also mit CSS und JavaScript anständig umgehen. Und wie mir kürzlich ein Bekannter vorgeführt hat, ist Opera von der Farbdarstellung auch weit vor den anderen Browsern.

Bisher war Opera für mich eher zum Testen da, vor allem, weil ich mit den vorherigen Versionen oft das Problem hatte, dass Seiten mit vielen Flash-Animationen (gerade z. B. myspace.com) extrem gelahmt haben. Mit der neuen Version ist das nun vollständig Geschichte. Ein Lob an Opera – so wird’s ja vielleicht doch noch mal was mit dem Ziel, einen Anteil am Browser-Markt zu gewinnen. Ich bin überzeugt!

Wer auch am “neuen Surfvergnügen” teilhaben möchte, kann den Browser hier herunterladen: http://www.opera.com/download/

P. S.: Wer sich jetzt wundert, wieso ich im Artikel “Alle gegen Microsoft…?!” noch über Opera meckere und die Jungs nun derart lobe… dem sei gesagt: ich lasse mich auch gern vom Besseren überzeugen. Und was den neuen Opera betrifft, da muss Microsoft erst mal hinterher kommen!

Alle gegen Microsoft…?!

Erstellt von mici81de am Mittwoch, 17 Juni, 2009

Verklagt wird Microsoft ja relativ oft…

…und das aus vielen verschiedenen Gründen. Mal wegen unlauteren Wettbewerbs, dann wegen nicht genehmigter Verwendung von Patenten und auch immer mal wieder wegen der Monopolstellung. Sprich: die Klagen sind durchaus berechtigt und Microsoft muss dann halt auch öfter mal blechen.

Im aktuellen Fall finde ich die Klagen allerdings mehr als fragwürdig, vor allem wenn ich mir anschaue, aus welcher Richtung sie kommen…

Angefangen mit Opera klagen mittlerweile auch die Mozilla Foundation, Google (natürlich) und noch weitere Firmen gegen Microsoft. Stein des Anstoßes, wie schon Jahre zuvor: die Einbindung des Internet Explorers in Windows.

Monopolstellung von Microsoft hin oder her – darüber will ich mich hier gar nicht auslassen. Microsoft hat eindeutig (weltweit betrachtet) einen Vorteil anderen Browserherstellern gegenüber errungen, dadurch dass in Windows der IE integriert ist. Um den Wettbewerb zu beleben, ist es also durchaus korrekt, dass die EU Microsoft hier auf die Finger klopft und gerne auch andere Browser auf dem Desktop sehen möchte.

Wie das laut Meinung der EU-”Experten” umgesetzt werden soll, ist jedoch nicht wirklich nachvollziehbar.

Die Vorstellungen bzw. Ideen der EU:

- Computer(be)nutzer und –Hersteller sollen die uneingeschränkte Wahlmöglichkeit zwischen der Benutzung von Microsofts Internet Explorer und den Web-Browsern von Drittanbietern haben

- Die Umsetzung dieses Vorhabens soll Microsoft übernehmen, indem es die Browser direkt mit über das Betriebssystem Windows anbietet.

- es kam sogar der Gedanke auf, Microsoft solle auf bereits laufenden Windows-Installationen nachträglich auf andere Browser aufmerksam machen

Wenn der erste Gedanke…

…sich noch ganz nett anhört, dann sind die beiden folgenden Punkte jedoch bereits der totale Humbug.

Mehr Auswahl bei Browsern ist eine tolle Sache, gerade weil der Internet Explorer in der Regel nicht gerade Preise gewinnt, wenn es um korrekte Darstellung von Webseiten geht… Da sind alle anderen “Mainstream”-Browser oft um Längen besser.

Doch die Idee, Microsoft dazu zu zwingen, die anderen Browser zusammen mit Windows anzubieten, ist schon etwas seltsam. Ein paar Fragen oder Überlegungen kommen da schon auf…

  1. Wenn Microsoft zusammen mit Windows demnächst die Browser Opera, Safari, Chrome, Firefox und weiß ich nicht noch was für welche mit anbieten soll, sollen dann Updates der Browser auch über Windows Update laufen?
  2. Ist Microsoft in diesem Fall dann auch zur Verantwortung zu ziehen, wenn damit/deswegen etwas nicht funktioniert oder Sicherheitsprobleme bestehen?
  3. Wenn es nach dem Willen der EU geht, dann sollen ja auch Nutzer von bereits laufenden Installationen andere Browser zur Auswahl angeboten bekommen. Wollen die das überhaupt?
  4. Wieso soll überhaupt Microsoft die Browser in’s System integrieren? Ist das nicht eher eine Aufgabe der Computerhersteller und -händler? Diese hätten doch jederzeit die Möglichkeit, auf den eh vorinstallierten Systemen einen entsprechenden Assistenten anzubieten, der beim ersten Start den Browser der Wahl installiert?!

Zu guter letzt frage ich mich dann noch, warum eigentlich alle immer nur gegen Microsoft wettern… Nehmen wir doch mal Apple: Apple zieht auf der WWDC offen über MS-Produkte her und protzt damit, dass die MAC OS Software zigmal besser sei. Dann wird stolz verkündet, welche neuen und umfassenden Funktionen MacOS hat. Kein Zweifel, das System ist toll und sicher in vielen Bereichen stabiler als Windows – aber um beim Thema zu bleiben… Apple macht es nicht anders und verknüpft einen Multimediaplayer (iTunes), einen Browser (Safari) und viele andere Sachen direkt mit dem Betriebssystem. Wieso sagt hier niemand etwas dagegen?

Heute lese ich bei heise.de, dass neuere iTunes-Versionen nicht mehr mit Geräten anderer Hersteller zusammenarbeiten wird – sondern nur noch mit iPod / iPhone oder anderen von Apple freigegebenen Geräten. Ist das nicht auch eine Bündelung, die den Wettbewerb unterdrückt?!

Zurück zu Windows:

Klar, gut möglich, dass “…viele Nutzer gar nicht wissen, dass es andere Browser gibt…” – aber irgendwie bezweifle ich auch diese Aussage. Kam sie von einem Opera-Sprecher? Mir ist so. Okay, zugegeben, es gibt wohl sehr wenige Nutzer, die mit dem Begriff Opera etwas anfangen können. Jedoch heißt ja nicht gleich automatisch, dass selbige User immer den Internet Explorer verwenden… Sie nutzen nur nicht Opera – sondern eben Firefox, Safari, Chrome oder was auch immer.

Meine ersten 2 “Amtshandlungen” während einer Neuinstallation von Windows: Ich lade mir einen aktuellen Virenscanner… und Firefox 3 herunter und installiere beides. Der nächste Schritt ist, Firefox als Standard-Browser einzurichten und sämtliche Verknüpfungen vom Internet Explorer vom Desktop / Startmenü zu verbannen. Und das war’s.

Später kommt Safari dazu, sowie Opera und Google Chrome – das jedoch nur, weil ich eigens erstellte Webseiten-Layouts auf die Anzeigekompatibilität in den Browsern prüfen muss.

Schaue ich mir an,

was die Kunden, mit denen ich im Telefonsupport täglich spreche, als Browser verwenden, so ist das in der Regel Firefox. Auf den Internet Explorer weichen dann viele aus, wenn im Firefox was nicht funktioniert. Nett fand ich auch eine Statistik von heise.de (wieder mal), die besagte, dass ihre Webseite hauptsächlich von Firefox-Nutzern angesurft wurde – mehr als von Nutzern des IE. Gut das ist eine Statistik, die kann vieles aussagen. Aber ich denke, man kann es mittlerweile als allgemein bekannte Tatsache bezeichnen, dass der Firefox-Browser dem Internet Explorer eindeutig den Rang abläuft.

Opera, Safari, Chrome – sind allerdings äußerst selten genutzt. Klar, dass Opera das nicht gefällt und man daher aus dieser Richtung gerne das Problem sucht und bei Microsoft und dem ach so übermächtigen IE findet. Und natürlich der bösen Bündelung mit Windows. Anstatt daran zu arbeiten, die eigene Software zu verbessern und mit entsprechender Werbung bekannt zu machen, zeigt man lieber auf die böse Konkurrenz und sucht dort den Schuldigen, dass sich die Hausmarke nicht unter die Leute bringen lässt. Ist ja auch viel einfacher.

Andere Anbieter schließen sich da dann einfach mal an und speieln mit “Microsoft verklagen”. Weil’s soviel Spaß macht und ja außerdem noch was nettes bei raus springen könnte. Schade finde ich, dass die Mozilla Foundation der Meinung ist, hier mitmischen zu müssen. Meines Erachtens nach spricht der Anstieg der Nutzerzahlen von Firefox für sich selbst – und Firefox ist mittlerweile fast ein Selbstläufer. Da bedarf es eigentlich keiner Publicity durch die Einmischung in ein so seltsames Verfahren.

Das Google sich anschließen würde, war zu erwarten Nicht genug, dass in jedem alternativen Browser automatisch eine Google-Suche hinterlegt ist, jetzt soll doch bitte gefälligst auch bald der hauseigene Browser auf möglichst vielen Systemen laufen. Dass Google selbst z. B. in Verbindung mit dem Android-Projekt den selben Weg geht wie Microsoft mit Windows und dem IE scheint dabei niemanden zu stören. Für die, die’s nicht wissen – Bei einem Android-Phone sind die Google-Anwendungen fest in das mobile Betriebssystem integriert, teilweise ist keine Alternative nutzbar.

Ganz besonders widersinnig finde ich die ganze Geschichte, weil von Microsoft gefordert werden soll, dass der Internet Explorer restlos aus dem System entfernt werden kann. Wozu?? Wenn ich den IE nicht nutzen will, dann installiere ich eben einfach einen anderen Browser, setze alle Einstellungen auf diesen als Standard um – und schon verschwindet der IE vollständig in der Versenkung. Lediglich die Verknüpfungen im Startmenü deuten darauf hin, dass er immer noch da ist. Aber wen interessiert’s? Ich bin froh darüber – schließlich kommt’s ja durchaus mal vor, dass mein Standard-Browser nicht mehr funktioniert – und ich brauche eine Alternative.

Also warum restlos entfernen, wenn doch ein anderes Programm als Standard definiert werden kann?? Was ja die eigentliche Haupforderung der Klage durch Opera ist, wenn man es mal auf die wichtigen Sachen reduziert…

Meine Meinung / mein Vorschlag…

Man sollte mal die User fragen, die täglich mit Ihrem System arbeiten, anstatt hier halbgare Sachen zu produzieren und irgendwelchen Klagen stattzugeben, anstatt an für den User wirklich praktischen Lösungen zu arbeiten.

  1. WENN es denn schon eine in Windows integrierte Funktion zur direkten Auswahl des Browsers geben soll, dann sollte diese durch den PC-Verkäufer / -Hersteller zur Verfügung gestellt werden.
  2. weiterhin sollte das nur bei NEUinstallationen erfolgen – ich hab kein Bock darauf, dass mich demnächst plötzlich ein Installer angrinst, der mir anbietet, Google Chrome auf meinem PC zu installieren.
  3. und außerdem sollte die EU-Kommision VOR einer endgültigen Entscheidung eine konkrete EU-weite Umfrage unter Computernutzern starten – dann und NUR dann kann eine Lösung gefunden werden, die auch den Bedürfnissen der Nutzer angepasst ist und etwas bringt. Alles andere ist doch nur wirtschaftliches Gehabe der Konkurrenz, die versucht, ein nicht erfolgreiches Produkt zu vermarkten (Opera).

Wie kürzlich zu lesen war, will Microsoft nun in Europa Windows 7 ohne den Internet Explorer anbieten – zur Bestüzung der EU-Komission, die meint, sie wollten “MEHR Auswahl an Browsern, und nicht weniger” – und sehr zu meiner Freude, denn ersten snutze ich den IE sowieso nicht und zweitens finde ich das Vorgehen der EU dermaßen daneben ebenso wie das der klagenden Parteien, dass ich’s nur korrekt finde (in diesem speziellen Fall), wenn Microsoft sich stur stellt. Ich würd’s in dieser Position auch nicht einsehen, warum ich freiwillig der Konkurrenz Tür und Tor öffnen soll…

Wie auch immer das Ganze ausgeht – ich hoffe, dass Microsoft demnächst von vornherein mal anders an die Sache rangeht und auf der anderen Seite auch mal andere den schwarzen Peter zugeschoben bekommen. Die Methoden sind wie erwähnt bei Google und Apple nicht viel anders, als bei Microsoft.

In diesem Sinne – hier die Links zu den aktuellsten Browsern. Jeder soll sich selbst ein Bild machen und dann entscheiden – ist immer noch die beste Variante.

Opera: http://www.opera.com/browser/download/

Firefox: http://www.mozilla-europe.org/de/

Safari: http://www.apple.com/safari/download/

Google Chrome: http://www.google.com/chrome/?hl=de

[Update]

Wie nun kürzlich offiziell bekanntgegeben wurde (siehe Technet-Blog), hat Microsoft sich zu einer Kompromisslösung durchgerungen. Sollte zuvor die europäische Version von Windows 7 noch komplett ohne Internet Explorer ausgeliefert werden, um den Forderungen der EU nach zu kommen, hat man sich nun entschieden, Windows 7 in der “normalen” Version mit Internet Explorer auszuliefern.

Die Forderung der EU wird nun dadurch berücksichtigt, dass Benutzer einen Auswahldialog angezeigt bekommen, in welchem – gewichtet nach aktuellem Marktanteil der jeweiligen Browser – Links zum Download angeboten werden. Der Internet Explorer kann auf Wunsch vollständig abgeschaltet werden, wobei “vollständig” bedeutet, dass dieser nicht mehr offensichtlich zu finden ist. Die grundlegenden Systemsdateien und APIs verbleiben jedoch im System – glücklicherweise, denn immerhin bauen eine Menge Programme und Funktionen auf diesen Systemdateien des Internet Explorer auf. Ein weiterer Vorteil der gefundenen Lösung ist, dass Windows 7 nun doch auch per Upgrade-Installation eingespielt werden kann. Dabei werden alle Programme und Einstellungen der aktuellen XP/Vista-Installation übernommen – die mühevolle und zeitraubende Arbeit mit einer kompletten Neuinstallation entfällt somit.

Toll, dass es nun einen Kompromiss gibt. Denn so sehr ich auch Microsofts Haltung verstehen kann (keine Lust darauf, Fremd-Browser direkt zu integrieren) – ein Windows, welches komplett ohne Browser kommt und es somit auch schwer gemacht hätte, an meinen Lieblingsbrowser Firefox zu kommen, wäre irgendwie sinnfrei.

Sehr erfreulich wäre es, wenn das von Jürgen Schmidt / heise.de vorgeschlagene Feature irgendwann mal Wirklichkeit werden würde – nämlich Windows-Update-zertifizierte Software – und somit automatische Updates für alle installierten Programme. Mehr zu dieser Idee in diesem heise.de-Artikel.