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STRATO HiDrive – große Platte, kleiner Preis

Erstellt von am Dienstag, 6 April, 2010

STRATO HiDrive: Die sichere Online-Festplatte

Bisher hauptsächlich Anbieter von Webhosting-Paketen, OnlineShop-Lösungen und Servern ist STRATO  seit 01. März 2010 nun auch in einem anderen Segment in den Markt eingestiegen: dem Speicherplatz “im Web”, gemeinhin als “Onlinespeicher” oder “Onlinefestplatte” bekannt. Derartige Angebote kennt man schon von allen möglichen Firmen, wie z. B. GMX oder Web.de, Microsoft’s “Windows Live Skydrive”, Dropbox, Wuala, Google und noch vielen anderen mehr.

Viele der vorhandenen Angebote sind vollständig kostenfrei. Alternativ bekommt man für eine Monatsgebühr eine Speichermenge X, welche man je nach Angebot durch das Teilen von Speicherplatz auch noch erweitern kann. Der Leistungsumfang variiert dabei gewaltig – stellenweise gelangt man nur über den speziellen Login-Bereich des Anbieters an seine gespeicherten Daten, auf der anderen Seite ist z. B. bei Dropbox sogar eine Sync-Funktion mit dabei, über die sich verschiedene Rechner auf demselben Datenstand halten lassen.

Was bietet STRATO?

Der Leistungsumfang des STRATO HiDrive ist angenehm groß:

  • Pakete von 100 GB – 5.000 GB Speicherplatz werden angeboten
  • Wie evtl. von WebDAV bekannt gibt es einen “public”-Ordner für alle angelegten Benutzer und dann pro Benutzer einen eigenen Ordner.
  • Für jeden Benutzer-Ordner kann ein separates Limit festgelegt werden, wieviel Speicher der Benutzer belegen darf.
  • Der Zugriff auf HiDrive erfolgt via FTP/SFTP, rsync, WebDAV, SMB/CIFS oder auch einfach per Login über den eigenen Dateimanager (Weboberfläche).
  • Die Einrichtung Windows /Mac / Linux wird detailliert beschrieben – es gibt dazu jeweils eine ausführliche Anleitung und weiterhin umfangreiche FAQ-Artikel.
  • VPN-Verbindung direkt auf HiDrive ist möglich. Darüber kann man die Onlinefestplatte auch dann als Laufwerk einbinden, wenn der Rechner hinter z. B. einer Fritz!Box steht.
  • Freigabelinks ermöglichen die Freigabe einzelner Dateien für einen bestimmten Zeitraum und eine definierte Anzahl an Downloads.

Vollständige Informationen zum Angebot finden sich auf der STRATO-Webseite: http://www.strato.de/hidrive

Was kostet’s mich?

Die Preise sind erfreulich niedrig – so kostet z. B. das “HiDrive Media 100″  mit 100 GB Speicher nur 3,90 EUR/Monat – also 46,80 EUR im Jahr. Ich nutze derzeit das “HiDrive Media 500″ für 9,90 EUR/Monat oder eben 118,80 EUR/Jahr – ebenfalls noch ein fairer Preis. Vor allem können ab dem 500GB Paket auch mehrere Nutzer auf HiDrive zugreifen, was bei dem kleineren Bruder “Media 100″ noch nicht möglich ist. Hier kurz eine Übersicht der möglichen Pakete:

strato_hidrive_preise_features

STRATO HiDrive - Preis- und Featureübersicht

HiDrive im Speed-Test

Viel Speicher zu haben ist ja schon mal schön, nur wie schnell ist das Ganze?

Das “wie” wurde ja oben schon angeführt – am einfachsten geht’s z. B. über FTP etwa mit FileZilla. Eine besonders komfortable Methode ist die Einbindung als Laufwerk. Eine entsprechend schnelle Internetverbindung mit mindestens 1-2 MBit/s Upload (!) vorausgesetzt, kann man dann schon ganz angenehm arbeiten. Wie genau man eine Verbindung zum HiDrive aufbauen kann und welche Schritte unter den verschienden Betriebssystemen dabei zu vollziehen sind, wird jeweils ausführlich im Kundenbereich des HiDrive erklärt. Dokumentation: Note 1!

Zur Geschwindigkeit gab es schon verschiedene Tests, ZDnet.de z. B. hat dabei wohl einen Leistungseinbruch bei unverschlüsselten FTP-Verbindungen festgestellt. Das konnte ich persönlich nicht nachvollziehen, möglich aber, dass es darauf ankommt, was für Daten transferiert werden – also eher viele kleine oder wenige große Dateien. Bei großen Dateien kann sich die Geschwindigkeit natürlich eher aufbauen, als wenn bei kleinen Dateien immer wieder neu gestartet wird.

Ich habe zumindest so über den Daumen gepeilt keinen Unterschied zwischen FTP und SFTP festgestellt – bei ca. 637 kBit/s im Upload vom heimischen DSL-Anschluss lag die Uploadrate bei durchschnittlich 65 kByte/s, also etwa 80% der Bandbreite, was voll im erwarteten Rahmen liegt. Über einen Server im STRATO-Rechenzentrum waren Upload-Raten von bis zu 11 MByte/s drin – also so ca. 80 MBit/s. Die versprochene 100 MBit-Anbindung der HiDrives ist also tatsächlich auch vorhanden.

Zu viele Daten? Send-in-Service!

Wem der Upload von zu Hause oder aus der Firma zu lange dauert, der kann bei großen Datenmengen auch den sogenannten “Send-in-Service” nutzen. STRATO schickt dann eine 500GB-Festplatte zu, die man mit den gewünschten Daten füttern kann. Voll bespickt geht die Platte dann zurück und die Daten werden dann von STRATO auf’s HiDrive kopiert. Bei den kleineren “Media”-Paketen, die hauptsächlich für Privat-Kunden gedacht sind, kostet dieser Service einmalig 30,- EUR. Bei den “Pro”-Paketen ist der Service sogar kostenfrei.

STRATO HiDrive - eingebunden als Laufwerk

Einbindung als Laufwerk

Möchte man auf das HiDrive wie auf eine normale Festplatte zugreifen, gibt’s zwei Möglichkeiten: entweder WebDAV oder SMB/CIFS und das jeweils verschlüsselt oder eben nicht. Empfehlen würde ich in jedem Fall die Variante über SMB/CIFS, da hier zumindest gefühlt eine höhere Verbindungsstabilität zum Tragen kommt, was wie ich schätze einfach mal am Protokoll liegen wird.

Bei der Einbindung über SMB/CIFS gibt es einen kleinen Schönheitsfehler: Bei Verwendung eines SpeedPort Routers von Telekom, einer Fritz!Box von AVM und auch noch bei einigen anderen (DSL-Modem-)Routern hat man erst einmal das Nachsehen – bei diesen Geräte ist nämlich ab Werk der für SMB/CIFS notwendige Port aus “Sicherheitsgründen” gesperrt. Was tun? In diesem Fall kommt man nicht um die Verwendung von openVPN (Windows) oder Tunnelblick (Mac) herum. Damit wird eine direkte Verbindung zum HiDrive-Server aufgebaut und die Portbeschränkung des Routers einfach umgangen. Positiver Nebeneffekt: sämtliche Übertragungen sind dadurch gleich noch hochwertig verschlüsselt. Wie’s genau funktioniert ist auch hier wieder Schritt für Schritt im Kundenmenü beschrieben.

Einbindung als “Onlinespeicher” über Fritz!Box

Neuere Fritz!-Boxen bieten auch die Möglichkeit, direkt im Fritz!Box Menü einen Onlinespeicher einzurichten. Rein theoretisch ist das auch in Verbindung mit HiDrive möglich. Allerdings sind hier noch ein paar zusätzliche Sachen zu beachten. Einerseits muss in diesem Fall am USB-Anschluss der Fritz!Box noch eine Festplatte angeschlossen sein, die mindesten so viel Platz bietet, wie die Daten die man gerade zum HiDrive kopieren möchte. Diese wird dann von der Fritz!Box als Zwischenspeicher genutzt und die Daten werden im Hintergund hochgeladen. Also z. B. auch bei ausgeschaltetem Computer.

Was sich soweit ganz nett anhört verkommt aber in der Praxis zum Megagefrickel. Denn mal davon abgesehen, dass man eben die zusätzliche Festplatte an der Fritz!Box braucht, erfolgt die Einbindung am jeweiligen Computer dann über den Umweg Fritz!Box. Das führte in meinen 2-3 Versuchen leider immer dazu, dass noch mehr Geschwindigkeitseinbußen auftraten. Bei direkter Einbindung des HiDrive über SMB/CIFS und openVPN war die Upload-Rate aufgrund der schlechten DSL-Verbindung schon sehr gering (max. 65 kByte/s). In Verbindung mit der Fritz!Box gingen die Werte runter auf ca. 30 kByte/s – teilweise reagierte die Verbindung gar nicht mehr. Hier kann ich wirklich nur empfehlen, lieber einmal den Aufwand zu unternehmen und auf jedem PC entsprechend die direkte HiDrive-Verbindung einzurichten.

Dateien freigeben – wie geht’s?

Möchte man mal eben ein größeres Video an Freunde weiter geben oder auch die Bilder-Sammlung vom letzten Urlaub, kann man das per E-Mail machen. Ist aber recht umständlich und oft auch fehlerbehaftet, da große Anhänge meist nicht gern gesehen sind. Da hilft’s die Daten einfach auf dem HiDrive abzulegen. Über den im Kundenbereich eingebetteten Dateimanager kann man diese dann freigeben. Dazu reicht ein Klick auf “Freigeben” – kurz noch eingeben, wie oft die Datei herunter geladen werden darf und wie lange die Freigabe gelten soll – fertig. Was hier maximal angegeben werden kann, hängt vom gebuchten HiDrive-Paket ab.

Fazit

Alles in allem bietet STRATO hier eine sehr brauchbare Lösung, um Dateien “im Web” zu speichern. Man kommt dank WebDAV und internem Dateimanager von überall auf der Welt an die Daten, sofern mindestens ein Browser und PC mit Internet zur Verfügung stehen. Und dank echt humaner Preise im Vergleich zu anderen kostenpflichtigen Angeboten wie Dropbox oder Wuala tut es auch nicht wirklich weh, seine Backups mal wirklich sicher abzulegen.

Die Vielzahl der unterstützten Protokolle und vorallem der Punkt, dass nicht zwingend zusätzliche Software verwendet werden muss, bringt ausserdem den Vorteil, dass man das HiDrive mit JEDEM Betriebssystem nutzen kann. Wer ganz besonders mobil ist, kann so also z. B. auch über das iPhone auf seine Daten zugreifen. Meine App-Empfehlung ist hier “Air Sharing Pro” – kostet derzeit 7,99 EUR im App-Store.

Kommentare oder Fragen? Dann gibt’s unten die Möglichkeit…

[Update]

Ein Blick in die STRATO-FAQ gibt noch einen Tipp auf die in der kleinen Version kostenlose App ezShare Files. Diese leistet mindestens genauso gute Dienste, wie die bisher von mir genutzte “Air Sharing Pro”, sofern man nur mal eben von unterwegs auf seine Dateien zugreifen möchte. Was mir in dieser App fehlt, ist jedoch der direkte Zugriff auf die Dateien, z. B. bei Bildern, diese anzuschauen, MP3-Files direkt abzuspielen oder auch PDF-Dokumente direkt zu betrachten.

ezShare gibt es natürlich auch in Kauf-Versionen, die noch mit deutlich mehr Funktionen aufwarten, so z. B. unter anderem die Nutzung als Viewer für den Windows-Remote Desktop. Und wohl auch die von mir in der kostenlosen Variante erwähnten fehlenden Features… ;) Also einfach mal anschauen.