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Google Chrome 3 – wozu?

Erstellt von am Freitag, 18 September, 2009
Google Chrome 3

Google Chrome 3

Na endlich, der neue Chrome ist da!

Aber moment – wer braucht den eigentlich? Bringt er Innovationen? Ist er schneller als andere Browser? Kann er meine Kaffeemaschine steuern? Leider nein – ist die Antwort auf alle drei Fragen…

Zugegeben, Bewegung im Browsermarkt ist etwas, worauf die Welt schon lange gewartet hat. Windows-User freuen sich, dass nun bald alles besser wird und Microsoft von sich aus anbietet, andere Browser wie Firefox, Opera usw. zu installieren.

Fein, dann wird es künftig dank des neuen Firefox 3.5.3 bzw. 3.0.14 Updates weniger PCs geben, die eine unsichere Flash-Version nutzen, denn seit dem Update moniert Firefox alte Plugins und verweist auf die Update-Seite von Adobe. Nette Idee – bitte mehr davon!

Wer Opera für sich auserwählt, der flitzt seit der Version 10 durch’s Netz wie nie zuvor und freut sich über eine neue sehr schicke Tableiste sowie eine noch flexiblere Schnellwahl.

Dann wäre da noch der “Fremdgänger” Safari, der sich meiner Erfahrung nach auf einem Windows-System so fühlt, wie Adam und Eva nach der Verbannung aus dem Paradies. Ob das jetzt speziell an meiner Systemkonfiguration liegt oder ein allgemeines Problem ist, kann ich leider nicht sagen. Zumindest braucht der Safari bei mir eine “Warmlaufphase” von ca. 30-60 Sekunden. Hat er die hinter sich, lässt sich allerdings auch mit diesem Browser angenehm schnell arbeiten.

Doch was bietet Chrome 3?

Okay, er startet schnell. Der Seitenaufbau ist auch recht schnell – lässt aber z. B. bei Seiten mit vielen Flash-Animationen / Videos noch zu wünschen übrig. Das Laden einer Übersichtsseite von Youtube mit der Vorschau von 20-25 Videos dauert schonmal spürbar länger, als bspw. mit Firefox, ist allerdings ungefähr gleich schnell, wie der Opera 10. Um einen neuen Tab zu öffnen, muss in Chrome der “plus”-Button angeklickt werden, der aus ALLEN anderen Browsern bekannte Doppelklick auf die Tableiste bewirkt leider nicht das, was man erwartet. Ein Minuspunkt bei der Usability!

Der sogenannte “Inknognito”-Modus, auch aus dem Internet Explorer als “InPrivate”-Browsing bekannt, ist ganz nett, wer’s braucht, wird sich über die Funktion freuen. Dabei werden beim Surfen keine Cookies gespeichert, auch der Verlauf wird nicht mitgeschrieben. Neu ist die Funktion nicht – die hatte auch schon die vorherige Version des Browsers.

Bei den auf einem neuen Tab eingeblendeten “Schnellklick”-Seiten geht Chrome einen etwas seltsamen Weg: hier werden die kürzlich geschlossenen Tabs, bzw. am meisten besuchten Webseiten angezeigt. Eine Möglichkeit, sich eine Schnellstartseite wie in Opera oder Safari zusammenstellen, gibt’s leider nicht. Schade!

Seit Version 3 kann der Chrome mit verschiedenen Designs aufgehübscht werden – wer’s mag… Gibt’s in anderen Browsern auch schon, sinnvoll ist es nicht wirklich.

Mein Kurztest-Fazit zu Google’s Chrome:

Es ist von der Aufmachung her in der Grundkonfiguration sicher der schlankste Browser, nur ein sehr geringer Prozentsatz des Bildschirms wird für die Elemente des Browsers verwendet, der meiste Platz steht der jeweiligen Webseite zur Verfügung. Wenn man möchte kann man allerdings auch andere Browser entsprechend konfigurieren. Ein richtiges “Killerargument”, warum man den Google Browser nutzen sollte, konnte ich nicht entdecken. Andere Browser leisten da durchaus mehr, vor allem auch, was verfügbare Erweiterungen angeht.

Wer sich selbst eine Meinung bilden möchte , kann hier die neueste Version des Browsers herunterladen: http://www.google.com/chrome

Alle gegen Microsoft…?!

Erstellt von am Mittwoch, 17 Juni, 2009

Verklagt wird Microsoft ja relativ oft…

…und das aus vielen verschiedenen Gründen. Mal wegen unlauteren Wettbewerbs, dann wegen nicht genehmigter Verwendung von Patenten und auch immer mal wieder wegen der Monopolstellung. Sprich: die Klagen sind durchaus berechtigt und Microsoft muss dann halt auch öfter mal blechen.

Im aktuellen Fall finde ich die Klagen allerdings mehr als fragwürdig, vor allem wenn ich mir anschaue, aus welcher Richtung sie kommen…

Angefangen mit Opera klagen mittlerweile auch die Mozilla Foundation, Google (natürlich) und noch weitere Firmen gegen Microsoft. Stein des Anstoßes, wie schon Jahre zuvor: die Einbindung des Internet Explorers in Windows.

Monopolstellung von Microsoft hin oder her – darüber will ich mich hier gar nicht auslassen. Microsoft hat eindeutig (weltweit betrachtet) einen Vorteil anderen Browserherstellern gegenüber errungen, dadurch dass in Windows der IE integriert ist. Um den Wettbewerb zu beleben, ist es also durchaus korrekt, dass die EU Microsoft hier auf die Finger klopft und gerne auch andere Browser auf dem Desktop sehen möchte.

Wie das laut Meinung der EU-”Experten” umgesetzt werden soll, ist jedoch nicht wirklich nachvollziehbar.

Die Vorstellungen bzw. Ideen der EU:

- Computer(be)nutzer und –Hersteller sollen die uneingeschränkte Wahlmöglichkeit zwischen der Benutzung von Microsofts Internet Explorer und den Web-Browsern von Drittanbietern haben

- Die Umsetzung dieses Vorhabens soll Microsoft übernehmen, indem es die Browser direkt mit über das Betriebssystem Windows anbietet.

- es kam sogar der Gedanke auf, Microsoft solle auf bereits laufenden Windows-Installationen nachträglich auf andere Browser aufmerksam machen

Wenn der erste Gedanke…

…sich noch ganz nett anhört, dann sind die beiden folgenden Punkte jedoch bereits der totale Humbug.

Mehr Auswahl bei Browsern ist eine tolle Sache, gerade weil der Internet Explorer in der Regel nicht gerade Preise gewinnt, wenn es um korrekte Darstellung von Webseiten geht… Da sind alle anderen “Mainstream”-Browser oft um Längen besser.

Doch die Idee, Microsoft dazu zu zwingen, die anderen Browser zusammen mit Windows anzubieten, ist schon etwas seltsam. Ein paar Fragen oder Überlegungen kommen da schon auf…

  1. Wenn Microsoft zusammen mit Windows demnächst die Browser Opera, Safari, Chrome, Firefox und weiß ich nicht noch was für welche mit anbieten soll, sollen dann Updates der Browser auch über Windows Update laufen?
  2. Ist Microsoft in diesem Fall dann auch zur Verantwortung zu ziehen, wenn damit/deswegen etwas nicht funktioniert oder Sicherheitsprobleme bestehen?
  3. Wenn es nach dem Willen der EU geht, dann sollen ja auch Nutzer von bereits laufenden Installationen andere Browser zur Auswahl angeboten bekommen. Wollen die das überhaupt?
  4. Wieso soll überhaupt Microsoft die Browser in’s System integrieren? Ist das nicht eher eine Aufgabe der Computerhersteller und -händler? Diese hätten doch jederzeit die Möglichkeit, auf den eh vorinstallierten Systemen einen entsprechenden Assistenten anzubieten, der beim ersten Start den Browser der Wahl installiert?!

Zu guter letzt frage ich mich dann noch, warum eigentlich alle immer nur gegen Microsoft wettern… Nehmen wir doch mal Apple: Apple zieht auf der WWDC offen über MS-Produkte her und protzt damit, dass die MAC OS Software zigmal besser sei. Dann wird stolz verkündet, welche neuen und umfassenden Funktionen MacOS hat. Kein Zweifel, das System ist toll und sicher in vielen Bereichen stabiler als Windows – aber um beim Thema zu bleiben… Apple macht es nicht anders und verknüpft einen Multimediaplayer (iTunes), einen Browser (Safari) und viele andere Sachen direkt mit dem Betriebssystem. Wieso sagt hier niemand etwas dagegen?

Heute lese ich bei heise.de, dass neuere iTunes-Versionen nicht mehr mit Geräten anderer Hersteller zusammenarbeiten wird – sondern nur noch mit iPod / iPhone oder anderen von Apple freigegebenen Geräten. Ist das nicht auch eine Bündelung, die den Wettbewerb unterdrückt?!

Zurück zu Windows:

Klar, gut möglich, dass “…viele Nutzer gar nicht wissen, dass es andere Browser gibt…” – aber irgendwie bezweifle ich auch diese Aussage. Kam sie von einem Opera-Sprecher? Mir ist so. Okay, zugegeben, es gibt wohl sehr wenige Nutzer, die mit dem Begriff Opera etwas anfangen können. Jedoch heißt ja nicht gleich automatisch, dass selbige User immer den Internet Explorer verwenden… Sie nutzen nur nicht Opera – sondern eben Firefox, Safari, Chrome oder was auch immer.

Meine ersten 2 “Amtshandlungen” während einer Neuinstallation von Windows: Ich lade mir einen aktuellen Virenscanner… und Firefox 3 herunter und installiere beides. Der nächste Schritt ist, Firefox als Standard-Browser einzurichten und sämtliche Verknüpfungen vom Internet Explorer vom Desktop / Startmenü zu verbannen. Und das war’s.

Später kommt Safari dazu, sowie Opera und Google Chrome – das jedoch nur, weil ich eigens erstellte Webseiten-Layouts auf die Anzeigekompatibilität in den Browsern prüfen muss.

Schaue ich mir an,

was die Kunden, mit denen ich im Telefonsupport täglich spreche, als Browser verwenden, so ist das in der Regel Firefox. Auf den Internet Explorer weichen dann viele aus, wenn im Firefox was nicht funktioniert. Nett fand ich auch eine Statistik von heise.de (wieder mal), die besagte, dass ihre Webseite hauptsächlich von Firefox-Nutzern angesurft wurde – mehr als von Nutzern des IE. Gut das ist eine Statistik, die kann vieles aussagen. Aber ich denke, man kann es mittlerweile als allgemein bekannte Tatsache bezeichnen, dass der Firefox-Browser dem Internet Explorer eindeutig den Rang abläuft.

Opera, Safari, Chrome – sind allerdings äußerst selten genutzt. Klar, dass Opera das nicht gefällt und man daher aus dieser Richtung gerne das Problem sucht und bei Microsoft und dem ach so übermächtigen IE findet. Und natürlich der bösen Bündelung mit Windows. Anstatt daran zu arbeiten, die eigene Software zu verbessern und mit entsprechender Werbung bekannt zu machen, zeigt man lieber auf die böse Konkurrenz und sucht dort den Schuldigen, dass sich die Hausmarke nicht unter die Leute bringen lässt. Ist ja auch viel einfacher.

Andere Anbieter schließen sich da dann einfach mal an und speieln mit “Microsoft verklagen”. Weil’s soviel Spaß macht und ja außerdem noch was nettes bei raus springen könnte. Schade finde ich, dass die Mozilla Foundation der Meinung ist, hier mitmischen zu müssen. Meines Erachtens nach spricht der Anstieg der Nutzerzahlen von Firefox für sich selbst – und Firefox ist mittlerweile fast ein Selbstläufer. Da bedarf es eigentlich keiner Publicity durch die Einmischung in ein so seltsames Verfahren.

Das Google sich anschließen würde, war zu erwarten Nicht genug, dass in jedem alternativen Browser automatisch eine Google-Suche hinterlegt ist, jetzt soll doch bitte gefälligst auch bald der hauseigene Browser auf möglichst vielen Systemen laufen. Dass Google selbst z. B. in Verbindung mit dem Android-Projekt den selben Weg geht wie Microsoft mit Windows und dem IE scheint dabei niemanden zu stören. Für die, die’s nicht wissen – Bei einem Android-Phone sind die Google-Anwendungen fest in das mobile Betriebssystem integriert, teilweise ist keine Alternative nutzbar.

Ganz besonders widersinnig finde ich die ganze Geschichte, weil von Microsoft gefordert werden soll, dass der Internet Explorer restlos aus dem System entfernt werden kann. Wozu?? Wenn ich den IE nicht nutzen will, dann installiere ich eben einfach einen anderen Browser, setze alle Einstellungen auf diesen als Standard um – und schon verschwindet der IE vollständig in der Versenkung. Lediglich die Verknüpfungen im Startmenü deuten darauf hin, dass er immer noch da ist. Aber wen interessiert’s? Ich bin froh darüber – schließlich kommt’s ja durchaus mal vor, dass mein Standard-Browser nicht mehr funktioniert – und ich brauche eine Alternative.

Also warum restlos entfernen, wenn doch ein anderes Programm als Standard definiert werden kann?? Was ja die eigentliche Haupforderung der Klage durch Opera ist, wenn man es mal auf die wichtigen Sachen reduziert…

Meine Meinung / mein Vorschlag…

Man sollte mal die User fragen, die täglich mit Ihrem System arbeiten, anstatt hier halbgare Sachen zu produzieren und irgendwelchen Klagen stattzugeben, anstatt an für den User wirklich praktischen Lösungen zu arbeiten.

  1. WENN es denn schon eine in Windows integrierte Funktion zur direkten Auswahl des Browsers geben soll, dann sollte diese durch den PC-Verkäufer / -Hersteller zur Verfügung gestellt werden.
  2. weiterhin sollte das nur bei NEUinstallationen erfolgen – ich hab kein Bock darauf, dass mich demnächst plötzlich ein Installer angrinst, der mir anbietet, Google Chrome auf meinem PC zu installieren.
  3. und außerdem sollte die EU-Kommision VOR einer endgültigen Entscheidung eine konkrete EU-weite Umfrage unter Computernutzern starten – dann und NUR dann kann eine Lösung gefunden werden, die auch den Bedürfnissen der Nutzer angepasst ist und etwas bringt. Alles andere ist doch nur wirtschaftliches Gehabe der Konkurrenz, die versucht, ein nicht erfolgreiches Produkt zu vermarkten (Opera).

Wie kürzlich zu lesen war, will Microsoft nun in Europa Windows 7 ohne den Internet Explorer anbieten – zur Bestüzung der EU-Komission, die meint, sie wollten “MEHR Auswahl an Browsern, und nicht weniger” – und sehr zu meiner Freude, denn ersten snutze ich den IE sowieso nicht und zweitens finde ich das Vorgehen der EU dermaßen daneben ebenso wie das der klagenden Parteien, dass ich’s nur korrekt finde (in diesem speziellen Fall), wenn Microsoft sich stur stellt. Ich würd’s in dieser Position auch nicht einsehen, warum ich freiwillig der Konkurrenz Tür und Tor öffnen soll…

Wie auch immer das Ganze ausgeht – ich hoffe, dass Microsoft demnächst von vornherein mal anders an die Sache rangeht und auf der anderen Seite auch mal andere den schwarzen Peter zugeschoben bekommen. Die Methoden sind wie erwähnt bei Google und Apple nicht viel anders, als bei Microsoft.

In diesem Sinne – hier die Links zu den aktuellsten Browsern. Jeder soll sich selbst ein Bild machen und dann entscheiden – ist immer noch die beste Variante.

Opera: http://www.opera.com/browser/download/

Firefox: http://www.mozilla-europe.org/de/

Safari: http://www.apple.com/safari/download/

Google Chrome: http://www.google.com/chrome/?hl=de

[Update]

Wie nun kürzlich offiziell bekanntgegeben wurde (siehe Technet-Blog), hat Microsoft sich zu einer Kompromisslösung durchgerungen. Sollte zuvor die europäische Version von Windows 7 noch komplett ohne Internet Explorer ausgeliefert werden, um den Forderungen der EU nach zu kommen, hat man sich nun entschieden, Windows 7 in der “normalen” Version mit Internet Explorer auszuliefern.

Die Forderung der EU wird nun dadurch berücksichtigt, dass Benutzer einen Auswahldialog angezeigt bekommen, in welchem – gewichtet nach aktuellem Marktanteil der jeweiligen Browser – Links zum Download angeboten werden. Der Internet Explorer kann auf Wunsch vollständig abgeschaltet werden, wobei “vollständig” bedeutet, dass dieser nicht mehr offensichtlich zu finden ist. Die grundlegenden Systemsdateien und APIs verbleiben jedoch im System – glücklicherweise, denn immerhin bauen eine Menge Programme und Funktionen auf diesen Systemdateien des Internet Explorer auf. Ein weiterer Vorteil der gefundenen Lösung ist, dass Windows 7 nun doch auch per Upgrade-Installation eingespielt werden kann. Dabei werden alle Programme und Einstellungen der aktuellen XP/Vista-Installation übernommen – die mühevolle und zeitraubende Arbeit mit einer kompletten Neuinstallation entfällt somit.

Toll, dass es nun einen Kompromiss gibt. Denn so sehr ich auch Microsofts Haltung verstehen kann (keine Lust darauf, Fremd-Browser direkt zu integrieren) – ein Windows, welches komplett ohne Browser kommt und es somit auch schwer gemacht hätte, an meinen Lieblingsbrowser Firefox zu kommen, wäre irgendwie sinnfrei.

Sehr erfreulich wäre es, wenn das von Jürgen Schmidt / heise.de vorgeschlagene Feature irgendwann mal Wirklichkeit werden würde – nämlich Windows-Update-zertifizierte Software – und somit automatische Updates für alle installierten Programme. Mehr zu dieser Idee in diesem heise.de-Artikel.