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Plesk 9.5.1 Lizenz-Problem & Test der Google Integration

Erstellt von am Mittwoch, 28 April, 2010
plesk_9.5.1_und_plesk

Plesk 9.5.1 und Google werden Freunde (?)

Vor mittlerweile knapp 2 Wochen gab’s für das beliebte Server-Verwaltungstool “Plesk” das Update auf die neue Version 9.5.1. Mit Neuerungen hat Parallels dabei nicht gerade geglänzt – siehe auch mein voriger Artikel Plesk 9.5 – jetzt mit Google Integration. Das einzige wirklich nennenswerte neue Feature wäre die Integration von Google. Nachfolgend die “Odyssee” zu diesem Thema…

Fehlender Lizenzkey

Nicht jeder hatte das Glück, dass sein Server-Anbieter zeitgleich mit dem von Parallels bereitgestellten Update auch den dafür notwendigen neuen Lizenz-Key freischaltete. So ging das Update bei mir erst einmal daneben, dass über meinen Server-Anbieter noch keinen Key verfügbar war. In meinem Fall hat mich der Plesk-Autoinstaller gewarnt und ich habe das Update auf dem Live-System besser erst einmal abgebrochen. Auf einem kleinen vServer, der als Test-System noch nebenher läuft, habe ich das dann einfach mal frei ignoriert und das Update auf Plesk 9.5.1 über die Shell eingespielt:

# für Debian/Ubuntu
$ /opt/psa/admin/bin/autoinstaller --ignore-key-errors
# für openSuse
$ /usr/local/psa/admin/bin/autoinstaller --ignore-key-errors

So weit, so gut – das Update lief durch ohne weiter zu meckern. Beim nächsten Plesk-Login kam natürlich, was kommen musste: Es stand nur noch die Plesk-Demo-Lizenz zur Verfügung. Die Verwaltung der Domains, Mail-Accounts usw. war erst einmal passé. Glücklicherweise hat ein Lizenzfehler bei Plesk zumindest keinen Einfluss auf die derzeitige Konfiguration der Services – E-Mail, Datenbanken und Webseiten laufen also ohne Einschränkungen weiter. Probleme kann es allerdings geben, wenn Plesk Addons wie z. B. Kaspersky Antivirus oder SpamAssassin genutzt werden. Ohne gültige Lizenz hat Kaspersky auf meinem Test-Server mal eben den Dienst verweigert, was dazu führte, dass E-Mails über diesen Server nicht oder nur verstümmelt ankamen. Bei einem Test-Server ist das egal – bei einem Live-System wird’s dann schon kritisch.

Zum Thema Live-System: nebenher betreue ich noch einen kleinen vServer für einen Verlag. Auf diesem läuft Debian Lenny – ein “apt-get update” mit anschließendem “apt-get upgrade” brachte hier automatisch die neue Plesk-Version aus den Repositories mit. Und in diesem Fall gibt es KEINE Lizenzwarnung – einmal nicht aufgepasst, schon hat man den Salat.

Juhuu, die Lizenz ist da!

Status am 27.04.2010 – STRATO hat nun die neuen Lizenz-Keys. Auf Anfrage sagte man mir, dass man sicher gehen wollte, dass der Update-Prozess für die Keys sauber durchläuft – scheinbar ist damit der regelmäßige Update-Prozess der Keys an sich gemeint, nicht das Update auf Plesk 9.5.1 an sich. Nun gut – alle Tests sind nun scheinbar abgeschlossen – die Keys sind verfügbar.

Um die neue Lizenz zu aktivieren, loggt man sich bei STRATO einmal unter http://config.stratoserver.net/ in den Kundenbereich ein, klickt auf “Serverkonfiguration” > “Plesk” und aktiviert dort den neuen Key. Nach ca. 10-15min kann man den Key dann als XML-Datei herunterladen. Nun noch eben Plesk mit dem neuen Key füttern und schon ist die Welt (wieder) in Ordnung.

Google Integration – wie funktioniert das nun?

Da Plesk ja in der Regel genutzt wird, um Webseiten zu hosten, dachte ich bei dem Stichwort “Google-Integration” als erstes an die bekannten Webmaster-Tools, Google Analytics und eventuell noch AdWords bzw. AdSense. Wenn diese sich auf einfache Art und Weise mit in die Verwaltung von Plesk integriert hätten, wäre das durchaus echt eine Innovation! Vor allem, wenn dabei eine zentrale Verwaltung ermöglicht würde.  Aber – leider – weit gefehlt…

Die Minuspunkte:

  1. Die ganze Aufmachung der Einstellungsseite für die Google-Integration ist nicht gerade selbsterklärend (siehe Screenshot).
  2. Sucht man daher nach weiteren Informationen, findet man diese nur komplett auf Englisch. Für jemanden, der nicht gerade nebenbei noch Englisch kann oder lernen will, nicht sonderlich praktisch.
  3. Um die Funktionen tatsächlich nutzen zu können, muss man sich erst einmal bei “Google Apps” registrieren. Allein das fand ich schon sehr aufwendig – vor allem, weil sich irgendwie der Sinn der Sache nicht erschloss: wozu brauche ich Google Apps, wenn ich doch nur Webmaster-Tools, AdSense, SiteSearch usw. zentral einbinden/verwalten möchte?!?
  4. Nach der Anmeldung an Google Apps – wie geht es weiter? Angeblich soll nach der entsprechenden Einrichtung des Accounts die Enbindung der anderen Dienste von Google veranlasst werden. Jedoch erhielt ich dazu keine Benachrichtigung – weder per E-Mail noch im Google Apps Account.

Sicher gibt es irgendwie eine Möglichkeit, das Ganze einzurichten – jedoch habe ich schlichtweg nach mehrmaligen Versuchen, an die notwendigen Infos zu kommen, das Handtuch geworfen. Vielleicht meldet sich ja @ParallelsPanel zu diesem Thema über Twitter zurück – hat letztes Mal ja ganz gut geklappt…

google_services_for_websites

Google Services for Websites (Registrierung)

google_services_for_websites_plesk

Google Services for Websites (Einstellungsseite in Plesk)

Google Features in Verbindung mit STRATO

Wahrscheinlich haben die Techniker hier erkannt, was das für ein Gefrickel mit der Google Geschichte ist und möchten dem armen Admin das Ganze ersparen ;) Scherz beiseite – ich tippe mal, dass es an der Lizenz liegt und diese den Service gar nicht mit anbietet. Denn auch über das Update-Menü in Plesk lässt sich keine Möglichkeit ausmachen, dieses Feature nachzuinstallieren. Genauer weiß ich das noch nicht – ich habe mal eine Anfrage an den Support abgesetzt, mal schauen, wie die Antwort lautet. Derzeit zumindest kann ich den Menüpunkt “Einstellungen von Google-Services für Websites” nirgends finden. In der Plesk-Installation auf einer Server4You-vServer Testumgebung ist der Menüpunkt vorhanden. Daher stammen auch die Screenshots.

Ein Update gibt’s, wenn ich Antwort habe.

[Update 29.05.2010]

Freundlicherweise hat mir Parallels nun geantwortet:

“@mici81de Yes, it is license-based. You can find more information here: http://goo.gl/4NGn

Somit scheint in der Lizenz, die von STRATO für Plesk bereitgestellt wird, tatsächlich die Freischaltung für die Google-Services nicht mit dabei zu sein. Nun ja, ich brauch’s derzeit eh nicht wirklich. Von daher kann ich drauf verzichten.

Fazit

Würde mich jemand nach dem Sinn eines Upgrades auf die neue Plesk-Version fragen: meiner Meinung nach gibt es keinen! Das einzige interessante Feature “Google Integration” erinnert von der derzeitigen Einbindung an die ersten Versuche von Microsoft, Windows am Markt zu etablieren… Einfach nur krude, unübersichtlich und viel zu wenig Informationen. Da muss Parallels noch umfangreich nacharbeiten, um den Einstieg zu erleichtern. Dann allerdings könnte das sicher ein guter Grund sein, Plesk einzusetzen. Auch wenn ich persönlich Google Services gegenüber skeptisch bin wegen der Unmenge an Daten, die da zusammenfließen – die breite Masse möchte diese Dienste nun einmal nutzen. Und als Server-Admin und Hosting-Anbieter ist es dann durchaus ein Pluspunkt, diese Dienste so einfach wie möglich für den Endkunden zu präsentieren.

Davon mal abgesehen gbt es aber in Plesk 9.5.1 nichts wirklich Neues. Wer also auf das Google “Gefrickel” verzichten kann/will, kann sich das Update sparen. Zumal es bei einem Plesk-Update auch nicht immer so problemlos zugeht, wie bei mir. Andere Nutzer haben z. B. von Problemen mit Horde Webmail nach dem Update berichtet. Und gerade auf einem Produktivsystem mit mehreren aktiven Kunden kann man auf Stress wegen einem Update, dass eigentlich nicht zwingend sein muss, auch gerne verzichten.

Falls jemand die Integration der Google Dienste hinbekommen hat – bitte einen Kommentar hinterlassen, bin für alle Infos dankbar.

Plesk 9.5 – jetzt mit Google Integration

Erstellt von am Freitag, 16 April, 2010
plesk_9.5.1

Parallels Plesk Panel 9.5.1

Alles neu! … ?

Bereits vor 2-3 Tagen erschien kurzzeitig bei einigen Usern in der Update-Verwaltung von Parallels Plesk Panel der Hinweis auf die neuen Version 9.5.1 – kurzzeitig, weil der Eintrag schnell wieder verschwunden war. Laut Plesk-Forum war es wohl ein “Versehen”, dass das Update angezeigt wurde.

Mittlerweile ist es soweit und Plesk 9.5.1 ist offiziell verfügbar. Wie immer bei Updates stellt sich die Frage: was bringen sie für Neuerungen? Für das beliebte Server-AdminPanel gab’s diesmal nicht so besonders viele Neuerungen. In der Hauptsache waren es Bugfixes und neue Versionen der Software. Etwas seltsam fand ich, dass Parallels in der offiziellen Liste der Neuerungen gleich ganze 23 (!) Neuerungen anführt:

  1. Offer hundreds of applications via Application Packaging Standard Catalog
  2. Resellers Level
  3. Parallels Plesk Billing Integration
  4. Postfix Support
  5. Enhanced Interface
  6. Total Control Backup
  7. Overselling/Overuse Capabilities
  8. @Mail Availability
  9. PHP over Fast CGI
  10. Improved Hosting Setup
  11. API RPC Protocol 1.6.0.0
  12. New Operating System Support (OpenSuSE 11, Fedora 11, Debian 5, Windows Server 2008 R2)
  13. Microsoft SQL Server 2008 Support
  14. Greylisting
  15. Migration Utilities
  16. Microsoft Hyper-V Server Compatibility
  17. PCI Compliance
  18. Compatibility with Microsoft Internet Explorer 8
  19. CloudLinux support
  20. Google Services for Websites support (beta)
  21. Upgraded components (on Linux)
    ProFTPD was upgraded to the version 1.3.2b, phpMyAdmin to the version 2.9.11, and Horde Application Framework to the version 3.3.6
  22. Upgraded components (on Windows)
    phpMyAdmin was upgraded to the version 2.9.11, IceWarp (Merak) Mail Server to the version 10, Bind DNS server to the version 9.4.3-P4, PHP to the version 5.2.12, and Horde Application Framework to the version 3.3.6
  23. More virtualization solutions supported

Diese und weitere Infos zum Produkt finden sich übrigens hier auf der offiziellen Firmen-Webseite: Parallels Plesk Panel 9.5

“Seltsam” fand ich es,

weil viele der genannten Funktionen bereits offiziell Bestandteil der Vorversion 9.3 des Plesk Panel waren. So z. B.:

  • den “Application Packaging Standard Catalog”
  • den Reseller Level
  • Plesk Billing Integration
  • Postfix Support
  • Overselling/Overuse Capabilities
  • Atmail Webmailer (@Mail)
  • PHP über Fast CGI
  • Unterstützung der Betriebssysteme OpenSuSE 11, Fedora 11, Debian 5, Windows Server 2008 R2
  • Greylisting (Spam-Schutz)

Ich nutze bspw. bereits seit Monaten unter Plesk 9.3 Postfix als Mailserver, könnte Atmail für Webmail verwenden. Erwartet uns hier evtl. mehr Funktionalität als nur der Webmailer? Von Atmail gibt’s ja eine komplette Groupware – DAS wäre dann natürlich durchaus eine angenehme Neuerung. Meine Webseiten laufen aber auch schon unter Plesk 9.3 mit PHP als Fast CGI und das ganze System an sich auf Debian 5. Greylisting brauchte ich bisher nicht – installiert und somit verfügbar ist es aber.

Was mit der Funktion “Total Control Backup” gemeint sein soll, kann ich gerade nicht so ganz einordnen. Auch Plesk 9.3 hat bereits einen Backup-Manager, der recht ordentlich funktioniert. Er ermöglicht komplette Backups aller Einstellungen und Inhalte die Plesk verwaltet. Alternativ sind auch per Domain selektive Backups möglich. Hier bin ich gespannt, ob mit Plesk 9.5 weitere Funktionen hinzu kommen.

Neu ist “Parallels Premium Antivirus” – könnte man meinen, wenn man im Autoinstaller beim Upgrade den Eintrag liest. Aber auch das ist nicht wirklich neu. Nur ein anderer Name für “Dr.Web” Antivirus, was bei Auswahl der Komponente dann tatsächlich installiert wird.

Wirklich neu…

…sind allerdings die Kompatibilität mit Internet Explorer 8 (bisher wurden hier die Symbole im Adminpanel nicht angezeigt) sowie die Google Integration. Details zu den Funkionen bezüglich Google finden sich (auf Englisch) hier: http://download1.parallels.com/Plesk/PPP9/Doc/en-US/plesk-9.5-administrators-guide/index.htm?fileName=64635.htm.

Das ist so toll und neu, dass Parallels wohl der Meinung war, es wäre eine super Idee, die Twitter-Timeline der Follower zuzuspammen. Innerhalb von etwas mehr als einer Stunde haben die Jungs gleich 12 Tweets zum Thema Google Integration rausposaunt – alle mit einem Link auf ein und denselben Artikel… Nun ja, es sei ihnen vergönnt darauf stolz zu sein.

twitter_dialog_parallels

Twitter-Dialog mit @ParallelsPanel

Neuer Lizenzkey

Das Negative am Update: es wird mal wieder ein neuer Lizenzkey fällig. In meinem Fall läuft der Server bei @STRATO_AG, im Kundenbereich steht hier noch kein neuer Key bereit. Erfahrungsgemäß dauert es immer ein paar Tage, bis der neue Key durch Parallels bereitgestellt und dann zum Download verfügbar ist. Wer ein Update auf Plesk 9.5.1 erwägt, sollte daher lieber noch warten. Führt man das Update aus und ignoriert den Warnhinweis bzgl. der Lizenz steht dann nämlich nur noch der Demo-Key im Panel zur Verfügung und Plesk verweigert die (Verwaltungs-)Arbeit.

Wer nun schon ein Update gemacht hat und vor dem Dilemma steht, braucht wohl ein wenig Geduld. Sobald der neue Key verfügbar ist, kann dieser in Plesk hochgeladen werden und schon geht’s weiter. Plesk “vergisst” die Einstellungen nicht – auch alle Dienste laufen weiter. Nur mit Plesk selbst kann man halt in der Zeit nicht arbeiten.

Just in time…

Nachdem ich mich ein wenig darüber ausgelassen hatte, dass dermaßen viele Tweets zum Plesk-Update gemacht wurden, kam postwendend die Antwort: “So sorry! … I just got excited!” – Da muss die Google-Geschichte ja richtig super gelungen sein. Ich bin gespannt! Auf die Frage, wann den die neuen Lizenzkeys ausgeliefert werden, bekomme ich die Antwort dann wohl noch nachgeliefert. Spannung also auch hier…

Wie sich das Ganze dann in der Praxis macht, dazu später mehr. Sobald ich den entsprechenden neuen Key habe, werde ich die Google-Funktionen ausgiebig testen und hier berichten.

bing lässt nach – verständlich, jedoch schade…

Erstellt von am Mittwoch, 20 Januar, 2010
bing.com

bing.com - Microsoft's Suchmaschine

“Bing lässt im US-Markt nach” titelte heise.de kürzlich: <http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bing-laesst-im-US-Suchmaschinenmarkt-nach-904774.html>

Schade eigentlich, aber mich wundert’s (momentan) nicht. bing ist zwar schick, war mit einer sehr guten Video- und Bilder-, sprich Mediensuche innovativ und ich hab gerne mal reingeschaut, um die verschiedenen Funktionen zu testen. bing ist immer noch meine Startseite – auch wenn nur aus dem einen Grund, dass mir die Bilder gefallen… aber darüber hinaus – nee, so wirklich Google ersetzen – das wird noch nichts.

Als neuer Hirsch auf dem Platz hat man’s gerade im Suchmaschinenwald sicher nicht besonders leicht. Vor allem nicht, wenn der Gigant Google schon einen sehr guten und umfangreichen Index aufgebaut hat. Mittlerweile gleichen sich die Suchergebnisse einigermaßen an, jedoch liegt Google bei verschiedenen von mir durchgeführten Tests immer noch vorn.

Eine schöne Möglichkeit,

die Suchergebnisse zu vergleichen, bietet <http://www.bing-vs-google.com>. Hier werden links die bing-Ergebnisse und rechts die von Google angezeigt. Bei recht allgemeinen Suchbegriffen nehmen sich die beiden Anbieter nicht viel – bei beiden ist z. B. Wikipedia immer recht weit vorne mit dabei. Spezifische Anfragen mit genauen Wortgruppen oder Sätzen führen dann jedoch zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.

Einige Beispiele:

DNShttp://www.bing-vs-google.com/?q=dns

Bloghttp://www.bing-vs-google.com/?q=blog

WordPresshttp://www.bing-vs-google.com/?q=wordpress

opendns fritz box 7270http://www.bing-vs-google.com/?q=opendns+fritz+box+7270

Fazit der Suchanfragen:

Grundlegend muss man sagen, dass bing im Vergleich zur Anfangsphase stark zugelegt hat. Ohne das jetzt wirklich an etwas fest machen zu können, hat man aber das Gefühl, dass Google besser verwertbare Ergebnisse bringt. Das wird sicher einfach mal eben daran liegen, dass Google deutlich länger auf dem Markt ist und entsprechend Erfahrungen sammeln und seine Algorhytmen anpassen konnte. Dementsprechend sehen dann halt die Ergebnisse anders aus.

Auch wenn also derzeit bing etwas nachlässt an Nutzerzahlen… – wenn Microsoft weiter dran bleibt und zudem neue Impulse aus der Zusammenarbeit mit Yahoo! einfließen, lässt sich da sicher noch einiges verbessern.

Letztlich bestimmt ja nun mal der User eines Dienstes, ob dieser Gewinner oder Verlierer wird. Man kann also davon ausgehen, dass bing keineswegs in der Versenkung verschwinden wird – aber regelmäßige User muss man nun erst mal überzeugen, … regelmäßige User zu werden.

Also Microsoft: tut was für eure User, dann bleiben die auch da ;o)

Google Chrome 3 – wozu?

Erstellt von am Freitag, 18 September, 2009
Google Chrome 3

Google Chrome 3

Na endlich, der neue Chrome ist da!

Aber moment – wer braucht den eigentlich? Bringt er Innovationen? Ist er schneller als andere Browser? Kann er meine Kaffeemaschine steuern? Leider nein – ist die Antwort auf alle drei Fragen…

Zugegeben, Bewegung im Browsermarkt ist etwas, worauf die Welt schon lange gewartet hat. Windows-User freuen sich, dass nun bald alles besser wird und Microsoft von sich aus anbietet, andere Browser wie Firefox, Opera usw. zu installieren.

Fein, dann wird es künftig dank des neuen Firefox 3.5.3 bzw. 3.0.14 Updates weniger PCs geben, die eine unsichere Flash-Version nutzen, denn seit dem Update moniert Firefox alte Plugins und verweist auf die Update-Seite von Adobe. Nette Idee – bitte mehr davon!

Wer Opera für sich auserwählt, der flitzt seit der Version 10 durch’s Netz wie nie zuvor und freut sich über eine neue sehr schicke Tableiste sowie eine noch flexiblere Schnellwahl.

Dann wäre da noch der “Fremdgänger” Safari, der sich meiner Erfahrung nach auf einem Windows-System so fühlt, wie Adam und Eva nach der Verbannung aus dem Paradies. Ob das jetzt speziell an meiner Systemkonfiguration liegt oder ein allgemeines Problem ist, kann ich leider nicht sagen. Zumindest braucht der Safari bei mir eine “Warmlaufphase” von ca. 30-60 Sekunden. Hat er die hinter sich, lässt sich allerdings auch mit diesem Browser angenehm schnell arbeiten.

Doch was bietet Chrome 3?

Okay, er startet schnell. Der Seitenaufbau ist auch recht schnell – lässt aber z. B. bei Seiten mit vielen Flash-Animationen / Videos noch zu wünschen übrig. Das Laden einer Übersichtsseite von Youtube mit der Vorschau von 20-25 Videos dauert schonmal spürbar länger, als bspw. mit Firefox, ist allerdings ungefähr gleich schnell, wie der Opera 10. Um einen neuen Tab zu öffnen, muss in Chrome der “plus”-Button angeklickt werden, der aus ALLEN anderen Browsern bekannte Doppelklick auf die Tableiste bewirkt leider nicht das, was man erwartet. Ein Minuspunkt bei der Usability!

Der sogenannte “Inknognito”-Modus, auch aus dem Internet Explorer als “InPrivate”-Browsing bekannt, ist ganz nett, wer’s braucht, wird sich über die Funktion freuen. Dabei werden beim Surfen keine Cookies gespeichert, auch der Verlauf wird nicht mitgeschrieben. Neu ist die Funktion nicht – die hatte auch schon die vorherige Version des Browsers.

Bei den auf einem neuen Tab eingeblendeten “Schnellklick”-Seiten geht Chrome einen etwas seltsamen Weg: hier werden die kürzlich geschlossenen Tabs, bzw. am meisten besuchten Webseiten angezeigt. Eine Möglichkeit, sich eine Schnellstartseite wie in Opera oder Safari zusammenstellen, gibt’s leider nicht. Schade!

Seit Version 3 kann der Chrome mit verschiedenen Designs aufgehübscht werden – wer’s mag… Gibt’s in anderen Browsern auch schon, sinnvoll ist es nicht wirklich.

Mein Kurztest-Fazit zu Google’s Chrome:

Es ist von der Aufmachung her in der Grundkonfiguration sicher der schlankste Browser, nur ein sehr geringer Prozentsatz des Bildschirms wird für die Elemente des Browsers verwendet, der meiste Platz steht der jeweiligen Webseite zur Verfügung. Wenn man möchte kann man allerdings auch andere Browser entsprechend konfigurieren. Ein richtiges “Killerargument”, warum man den Google Browser nutzen sollte, konnte ich nicht entdecken. Andere Browser leisten da durchaus mehr, vor allem auch, was verfügbare Erweiterungen angeht.

Wer sich selbst eine Meinung bilden möchte , kann hier die neueste Version des Browsers herunterladen: http://www.google.com/chrome

Alle gegen Microsoft…?!

Erstellt von am Mittwoch, 17 Juni, 2009

Verklagt wird Microsoft ja relativ oft…

…und das aus vielen verschiedenen Gründen. Mal wegen unlauteren Wettbewerbs, dann wegen nicht genehmigter Verwendung von Patenten und auch immer mal wieder wegen der Monopolstellung. Sprich: die Klagen sind durchaus berechtigt und Microsoft muss dann halt auch öfter mal blechen.

Im aktuellen Fall finde ich die Klagen allerdings mehr als fragwürdig, vor allem wenn ich mir anschaue, aus welcher Richtung sie kommen…

Angefangen mit Opera klagen mittlerweile auch die Mozilla Foundation, Google (natürlich) und noch weitere Firmen gegen Microsoft. Stein des Anstoßes, wie schon Jahre zuvor: die Einbindung des Internet Explorers in Windows.

Monopolstellung von Microsoft hin oder her – darüber will ich mich hier gar nicht auslassen. Microsoft hat eindeutig (weltweit betrachtet) einen Vorteil anderen Browserherstellern gegenüber errungen, dadurch dass in Windows der IE integriert ist. Um den Wettbewerb zu beleben, ist es also durchaus korrekt, dass die EU Microsoft hier auf die Finger klopft und gerne auch andere Browser auf dem Desktop sehen möchte.

Wie das laut Meinung der EU-”Experten” umgesetzt werden soll, ist jedoch nicht wirklich nachvollziehbar.

Die Vorstellungen bzw. Ideen der EU:

- Computer(be)nutzer und –Hersteller sollen die uneingeschränkte Wahlmöglichkeit zwischen der Benutzung von Microsofts Internet Explorer und den Web-Browsern von Drittanbietern haben

- Die Umsetzung dieses Vorhabens soll Microsoft übernehmen, indem es die Browser direkt mit über das Betriebssystem Windows anbietet.

- es kam sogar der Gedanke auf, Microsoft solle auf bereits laufenden Windows-Installationen nachträglich auf andere Browser aufmerksam machen

Wenn der erste Gedanke…

…sich noch ganz nett anhört, dann sind die beiden folgenden Punkte jedoch bereits der totale Humbug.

Mehr Auswahl bei Browsern ist eine tolle Sache, gerade weil der Internet Explorer in der Regel nicht gerade Preise gewinnt, wenn es um korrekte Darstellung von Webseiten geht… Da sind alle anderen “Mainstream”-Browser oft um Längen besser.

Doch die Idee, Microsoft dazu zu zwingen, die anderen Browser zusammen mit Windows anzubieten, ist schon etwas seltsam. Ein paar Fragen oder Überlegungen kommen da schon auf…

  1. Wenn Microsoft zusammen mit Windows demnächst die Browser Opera, Safari, Chrome, Firefox und weiß ich nicht noch was für welche mit anbieten soll, sollen dann Updates der Browser auch über Windows Update laufen?
  2. Ist Microsoft in diesem Fall dann auch zur Verantwortung zu ziehen, wenn damit/deswegen etwas nicht funktioniert oder Sicherheitsprobleme bestehen?
  3. Wenn es nach dem Willen der EU geht, dann sollen ja auch Nutzer von bereits laufenden Installationen andere Browser zur Auswahl angeboten bekommen. Wollen die das überhaupt?
  4. Wieso soll überhaupt Microsoft die Browser in’s System integrieren? Ist das nicht eher eine Aufgabe der Computerhersteller und -händler? Diese hätten doch jederzeit die Möglichkeit, auf den eh vorinstallierten Systemen einen entsprechenden Assistenten anzubieten, der beim ersten Start den Browser der Wahl installiert?!

Zu guter letzt frage ich mich dann noch, warum eigentlich alle immer nur gegen Microsoft wettern… Nehmen wir doch mal Apple: Apple zieht auf der WWDC offen über MS-Produkte her und protzt damit, dass die MAC OS Software zigmal besser sei. Dann wird stolz verkündet, welche neuen und umfassenden Funktionen MacOS hat. Kein Zweifel, das System ist toll und sicher in vielen Bereichen stabiler als Windows – aber um beim Thema zu bleiben… Apple macht es nicht anders und verknüpft einen Multimediaplayer (iTunes), einen Browser (Safari) und viele andere Sachen direkt mit dem Betriebssystem. Wieso sagt hier niemand etwas dagegen?

Heute lese ich bei heise.de, dass neuere iTunes-Versionen nicht mehr mit Geräten anderer Hersteller zusammenarbeiten wird – sondern nur noch mit iPod / iPhone oder anderen von Apple freigegebenen Geräten. Ist das nicht auch eine Bündelung, die den Wettbewerb unterdrückt?!

Zurück zu Windows:

Klar, gut möglich, dass “…viele Nutzer gar nicht wissen, dass es andere Browser gibt…” – aber irgendwie bezweifle ich auch diese Aussage. Kam sie von einem Opera-Sprecher? Mir ist so. Okay, zugegeben, es gibt wohl sehr wenige Nutzer, die mit dem Begriff Opera etwas anfangen können. Jedoch heißt ja nicht gleich automatisch, dass selbige User immer den Internet Explorer verwenden… Sie nutzen nur nicht Opera – sondern eben Firefox, Safari, Chrome oder was auch immer.

Meine ersten 2 “Amtshandlungen” während einer Neuinstallation von Windows: Ich lade mir einen aktuellen Virenscanner… und Firefox 3 herunter und installiere beides. Der nächste Schritt ist, Firefox als Standard-Browser einzurichten und sämtliche Verknüpfungen vom Internet Explorer vom Desktop / Startmenü zu verbannen. Und das war’s.

Später kommt Safari dazu, sowie Opera und Google Chrome – das jedoch nur, weil ich eigens erstellte Webseiten-Layouts auf die Anzeigekompatibilität in den Browsern prüfen muss.

Schaue ich mir an,

was die Kunden, mit denen ich im Telefonsupport täglich spreche, als Browser verwenden, so ist das in der Regel Firefox. Auf den Internet Explorer weichen dann viele aus, wenn im Firefox was nicht funktioniert. Nett fand ich auch eine Statistik von heise.de (wieder mal), die besagte, dass ihre Webseite hauptsächlich von Firefox-Nutzern angesurft wurde – mehr als von Nutzern des IE. Gut das ist eine Statistik, die kann vieles aussagen. Aber ich denke, man kann es mittlerweile als allgemein bekannte Tatsache bezeichnen, dass der Firefox-Browser dem Internet Explorer eindeutig den Rang abläuft.

Opera, Safari, Chrome – sind allerdings äußerst selten genutzt. Klar, dass Opera das nicht gefällt und man daher aus dieser Richtung gerne das Problem sucht und bei Microsoft und dem ach so übermächtigen IE findet. Und natürlich der bösen Bündelung mit Windows. Anstatt daran zu arbeiten, die eigene Software zu verbessern und mit entsprechender Werbung bekannt zu machen, zeigt man lieber auf die böse Konkurrenz und sucht dort den Schuldigen, dass sich die Hausmarke nicht unter die Leute bringen lässt. Ist ja auch viel einfacher.

Andere Anbieter schließen sich da dann einfach mal an und speieln mit “Microsoft verklagen”. Weil’s soviel Spaß macht und ja außerdem noch was nettes bei raus springen könnte. Schade finde ich, dass die Mozilla Foundation der Meinung ist, hier mitmischen zu müssen. Meines Erachtens nach spricht der Anstieg der Nutzerzahlen von Firefox für sich selbst – und Firefox ist mittlerweile fast ein Selbstläufer. Da bedarf es eigentlich keiner Publicity durch die Einmischung in ein so seltsames Verfahren.

Das Google sich anschließen würde, war zu erwarten Nicht genug, dass in jedem alternativen Browser automatisch eine Google-Suche hinterlegt ist, jetzt soll doch bitte gefälligst auch bald der hauseigene Browser auf möglichst vielen Systemen laufen. Dass Google selbst z. B. in Verbindung mit dem Android-Projekt den selben Weg geht wie Microsoft mit Windows und dem IE scheint dabei niemanden zu stören. Für die, die’s nicht wissen – Bei einem Android-Phone sind die Google-Anwendungen fest in das mobile Betriebssystem integriert, teilweise ist keine Alternative nutzbar.

Ganz besonders widersinnig finde ich die ganze Geschichte, weil von Microsoft gefordert werden soll, dass der Internet Explorer restlos aus dem System entfernt werden kann. Wozu?? Wenn ich den IE nicht nutzen will, dann installiere ich eben einfach einen anderen Browser, setze alle Einstellungen auf diesen als Standard um – und schon verschwindet der IE vollständig in der Versenkung. Lediglich die Verknüpfungen im Startmenü deuten darauf hin, dass er immer noch da ist. Aber wen interessiert’s? Ich bin froh darüber – schließlich kommt’s ja durchaus mal vor, dass mein Standard-Browser nicht mehr funktioniert – und ich brauche eine Alternative.

Also warum restlos entfernen, wenn doch ein anderes Programm als Standard definiert werden kann?? Was ja die eigentliche Haupforderung der Klage durch Opera ist, wenn man es mal auf die wichtigen Sachen reduziert…

Meine Meinung / mein Vorschlag…

Man sollte mal die User fragen, die täglich mit Ihrem System arbeiten, anstatt hier halbgare Sachen zu produzieren und irgendwelchen Klagen stattzugeben, anstatt an für den User wirklich praktischen Lösungen zu arbeiten.

  1. WENN es denn schon eine in Windows integrierte Funktion zur direkten Auswahl des Browsers geben soll, dann sollte diese durch den PC-Verkäufer / -Hersteller zur Verfügung gestellt werden.
  2. weiterhin sollte das nur bei NEUinstallationen erfolgen – ich hab kein Bock darauf, dass mich demnächst plötzlich ein Installer angrinst, der mir anbietet, Google Chrome auf meinem PC zu installieren.
  3. und außerdem sollte die EU-Kommision VOR einer endgültigen Entscheidung eine konkrete EU-weite Umfrage unter Computernutzern starten – dann und NUR dann kann eine Lösung gefunden werden, die auch den Bedürfnissen der Nutzer angepasst ist und etwas bringt. Alles andere ist doch nur wirtschaftliches Gehabe der Konkurrenz, die versucht, ein nicht erfolgreiches Produkt zu vermarkten (Opera).

Wie kürzlich zu lesen war, will Microsoft nun in Europa Windows 7 ohne den Internet Explorer anbieten – zur Bestüzung der EU-Komission, die meint, sie wollten “MEHR Auswahl an Browsern, und nicht weniger” – und sehr zu meiner Freude, denn ersten snutze ich den IE sowieso nicht und zweitens finde ich das Vorgehen der EU dermaßen daneben ebenso wie das der klagenden Parteien, dass ich’s nur korrekt finde (in diesem speziellen Fall), wenn Microsoft sich stur stellt. Ich würd’s in dieser Position auch nicht einsehen, warum ich freiwillig der Konkurrenz Tür und Tor öffnen soll…

Wie auch immer das Ganze ausgeht – ich hoffe, dass Microsoft demnächst von vornherein mal anders an die Sache rangeht und auf der anderen Seite auch mal andere den schwarzen Peter zugeschoben bekommen. Die Methoden sind wie erwähnt bei Google und Apple nicht viel anders, als bei Microsoft.

In diesem Sinne – hier die Links zu den aktuellsten Browsern. Jeder soll sich selbst ein Bild machen und dann entscheiden – ist immer noch die beste Variante.

Opera: http://www.opera.com/browser/download/

Firefox: http://www.mozilla-europe.org/de/

Safari: http://www.apple.com/safari/download/

Google Chrome: http://www.google.com/chrome/?hl=de

[Update]

Wie nun kürzlich offiziell bekanntgegeben wurde (siehe Technet-Blog), hat Microsoft sich zu einer Kompromisslösung durchgerungen. Sollte zuvor die europäische Version von Windows 7 noch komplett ohne Internet Explorer ausgeliefert werden, um den Forderungen der EU nach zu kommen, hat man sich nun entschieden, Windows 7 in der “normalen” Version mit Internet Explorer auszuliefern.

Die Forderung der EU wird nun dadurch berücksichtigt, dass Benutzer einen Auswahldialog angezeigt bekommen, in welchem – gewichtet nach aktuellem Marktanteil der jeweiligen Browser – Links zum Download angeboten werden. Der Internet Explorer kann auf Wunsch vollständig abgeschaltet werden, wobei “vollständig” bedeutet, dass dieser nicht mehr offensichtlich zu finden ist. Die grundlegenden Systemsdateien und APIs verbleiben jedoch im System – glücklicherweise, denn immerhin bauen eine Menge Programme und Funktionen auf diesen Systemdateien des Internet Explorer auf. Ein weiterer Vorteil der gefundenen Lösung ist, dass Windows 7 nun doch auch per Upgrade-Installation eingespielt werden kann. Dabei werden alle Programme und Einstellungen der aktuellen XP/Vista-Installation übernommen – die mühevolle und zeitraubende Arbeit mit einer kompletten Neuinstallation entfällt somit.

Toll, dass es nun einen Kompromiss gibt. Denn so sehr ich auch Microsofts Haltung verstehen kann (keine Lust darauf, Fremd-Browser direkt zu integrieren) – ein Windows, welches komplett ohne Browser kommt und es somit auch schwer gemacht hätte, an meinen Lieblingsbrowser Firefox zu kommen, wäre irgendwie sinnfrei.

Sehr erfreulich wäre es, wenn das von Jürgen Schmidt / heise.de vorgeschlagene Feature irgendwann mal Wirklichkeit werden würde – nämlich Windows-Update-zertifizierte Software – und somit automatische Updates für alle installierten Programme. Mehr zu dieser Idee in diesem heise.de-Artikel.