Irgendwie macht jeder Hans-Franz zum Jahreswechsel einen Rückblick. Zu Politik, Games, Blogthemen ganz allgemein oder was auch immer grad passt. Wieso also nicht auch ich… Bei mir soll’s um meine persönlichen BestOf der Games gehen, die ich 2010 “gezockt” habe. Man verzeihe mir den Nerd-Ausdruck… Einige der Spiele habe ich aus Zeitgründen bisher nicht mit einem eigenen Artikel geehrt. Aus “Zeitgründen” – weil ich die Zeit viel lieber damit verbracht habe, das jeweilige Game durchzusuchten. Klare Ansage!
Limbo
Den Anfang macht Limbo, ein Arcade-Titel auf der XBOX360 – den sicher auch der eine oder andere noch im Special-Offer zu Silvester abgegriffen hat. Ich würde es ein klassisches Jump’n'Run nennen, das passt noch am ehesten – und letztlich überhaupt nicht. Denn Limbo ist zwar durchaus ein Spielchen, in dem ihr einen kleinen Jungen auf der Suche nach seiner Schwester durch verschiedenste tückische Level schickt. Allerdings gibt es da ein paar Dinge, die Limbo zu etwas Besonderem machen.
Zum einen ist da die Grafik zu nennen – das Spiel kommt komplett in Schwarz/Weiß bzw. Grautönen daher. Dazu kommt der teilweise sehr beklemmende Sound. Und nicht zu vergessen der recht… tötliche Charakter der Spielwelt. Eindruck gefällig? Bitte sehr…
Limbo war für mich ein Überraschungshit. Nach ein paar Minuten “Einspielzeit” nimmt einen die Spielwelt gefangen und man mag nicht mehr aufhören. Wer’s nicht glaubt – laden, ausprobieren. Sagt nachher allerdings nicht, ich hätte euch nicht gewarnt ![]()
Mass Effect 2
Ja da ist es wieder – DAS Spiel des Jahres 2010. Nun letztlich doch. Nachdem ich die Story einmal von vorne bis hinten durchgespielt hatte, war ich irgendwie enttäuscht – siehe mein Post vom Februar 2010. Haltet mich für gestört – ich habe Mass Effect 2 insgesamt vier mal durchgespielt. Was zeigt: Es ist dann doch nicht so schlecht, wie anfangs gedacht.
Enttäuscht war ich hauptsächlich wegen zwei Punkten: 1. der insgesamt recht kurzen Hauptstory und 2. der massiv abgespecken Rollenspiel-Elemente.
Zu Nr. 1, Hauptstory, kann ich auch nach vier mal durchspielen nichts anderes sagen. Ich hätte mir irgendwie gewünscht, dass ausser dem Rekrutieren der Gruppenmitglieder die große Story um die Kollektoren und Reaper weiter ausgebaut worden wäre. So bleibt Mass Effect 2 irgendwo nur ein Lückenfüller zwischen Teil 1 und 3, der übrigens laut Ankündigung im Herbst 2011 erscheinen soll.
Und Nr. 2, die abgespeckten Rollenspiel-Elemente, die waren dann insgesamt doch nicht so schlimm, wie anfangs der Eindruck war. EA hat wohl versucht einen besseren Mix zwischen Rollenspiel- und Shooter/Action-Anteil zu erreichen. Und dazu kann ich sagen: Test (fast) bestanden. Die Kämpfe in Mass Effect 2 spielen sich deutlich besser, flüssiger und taktischer als im ersten Teil. Der Rollenspiel-Anteil ist jedoch leider zu kurz gekommen. In einem vernünftigen RPG gibt’s ein Inventar und man kann seine Gruppenmitglieder gezielt ausrüsten. Das geht zwar ansatzweise auch in Mass Effect 2, aber eben nur sehr rudimentär. Schade, hier sollte EA wirklich nachbessern im dritten Teil der “Saga”.
Insgesamt jedoch kann ich nun meine Einschätzung von Februar revidieren – es ist dann DOCH mein Spiel des Jahres 2010 geworden – zwar knapp, aber letztlich verdient. Warum? Ganz einfach: Der Gesamteindruck macht’s! Die Story geht weiter, Shepard ist wieder da – diesmal verbündet mit Cerberus, einer von den meisten als terroristisch eingestuften Gruppe – und das Universum zieht einen erneut in seinen Bann. Ich warte gespannt auf die Fortsetzung!
Lara Croft: Guardian of Light
Da hätten wir noch einen überraschend guten Arcade-Titel! Aufgrund einer recht eindrucksvollen Demo fiel mir der Kauf des mit 1,2GB recht großen Lara-Abenteuers nicht schwer.
In “Guardian of Light” springt und ballert ihr diesmal nicht wirklich in 3D durch die Level. “Nicht wirklich”, weil man Lara diesmal aus der Draufsicht spielt und nicht aus der 3rd-Person-Perspektive. Das tut dem Spielspaß aber keinen Abbruch, im Gegenteil, es ist erfrischend kurzweilig. Das Schöne daran: Es gibt diesmal einen Koop-Modus, so dass man entweder zu zweit an einer Konsole oder eben wie üblich über XBOX-Live gemeinsam Fallen auslöst, Rätsel löst und alte Artefakte findet. Dabei ist der Koop-Modus echt genial gemacht. An einer Stelle beispielsweise, bei der sich Lara im Single-Player mit einem Kletterhaken an einem Metallring festhakt und über einen Abgrund schwingt, muss man im Koop-Modus Team-Work bringen, um den Abschnitt zu meistern.
Wie man im Trailer sehr schön sehen kann: Diejenigen unter euch, die nie genug vom Charakter-Aufleveln und Waffen sammeln bekommen können, werden ebenfalls voll auf Ihre Kosten kommen!
Klare Kauf-Empfehlung also für einen oder zwei Spieler und einen freien Abend, an dem sonst nichts weiter ansteht.
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Alsdann… Ich hoffe, ihr hattet alle ein tolles Jahr 2010, eine super Silvester-Party und seid ohne Böller-Unfall in’s neue Jahr gerutscht.
